Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Willkommen auf unserer Seite – wir sind die Brokser Sauen

blog11Wir sind Familie Henke: Heinrich & Nadine, Theis, Nienke und Tjorven. Wir sind eine absolut schweineverrückte Familie. Kommt mit – wir laden Euch ein – seid virtueller Gast in unserem Betrieb.
Brokser Sauen Landwirtschaft Bruchhausen-Vilsen Familie

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Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Was ist da eigentlich los? Einige kurze Erläuterungen zum gestrigen offenen Brief…

Drei Alternativen und ein 4. Weg?

Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration

Stichtag 01.01.2019

In Deutschland werden bislang die meisten männlichen Ferkel betäubungslos kastriert. Dieses geschieht, damit das Fleisch der Tiere später nicht unangenehm riecht, wenn man es brät. Ab 1.1.2019 soll nun der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration vollzogen werden – ab dann gilt in Deutschland das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration.

Der Landwirt würde lieber heute als morgen auf das Kastrieren der männlichen Ferkel verzichten. Es ist eine unschöne Arbeit, die niemand gern macht.

Zur Zeit gibt es drei Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration:

  1. Ebermast – man mästet die Tiere einfach als Eber.
  2. eine so genannte „Immunokastration“ – den Tieren wird zweimal eine Art Impfstoff gespritzt. Dieses Präparat wirkt an den Rezeptoren, so dass letztlich die Hormone, die für diesen unangenehmen Geruch/Geschmack verantwortlich sind, nicht gebildet werden.
  3. Kastration unter Vollnarkose – hierzu muss nach jetziger Gesetzeslage der Tierarzt die Tiere betäuben.

Diese drei Verfahren sind alle zum jetzigen Standpunkt zugelassen und dadurch sofort „einsatzfähig“. In der momentanen Diskussion ist noch ein „vierter Weg“ – die Lokalanästhesie. Hier wird ein Lokalanästhetikum vor der Kastration in den Samenstrang und unter die Haut injiziert. Dieser Weg wird v.a. von den landwirtschaftlichen Verbänden propagiert. Er ist jedoch bislang weder zugelassen noch existiert eine Ausnahmeregelung, dass der Landwirt diese Lokalanästhesie durchführen darf.

Alle Verfahren haben Vor- und Nachteile

Welche Alternative ist nun die Beste? Das ist eine gute Frage, die abschließend nicht beantwortet werden kann. Jede Alternative hat ihre Vor- und Nachteile:

  1. Ebermast – Die Ebermast wäre der einfachste Weg, die betäubungslose Ferkelkastration zu umgehen. Die Tiere werden einfach nicht mehr kastriert und als Volleber gemästet. In anderen Ländern ist dies ein gängiger Weg, wahlweise wie bei uns bis 120kg Lebendgewicht oder schon mit etwa 85kg Lebendgewicht geschlachtet. In vielen Betrieben funktioniert die Ebermast ohne Komplikationen. Andere Betriebe berichten allerdings von Kämpfen und teilweise schwere Verletzungen in der Endmast sowie während des Transports zum Schlachthof. In gemischt-geschlechtlichen Gruppen sind die Tiere weniger aggressiv. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass trächtige Sauen geschlachtet werden. Eine weitere Herausforderung ist die Fettqualität. Diese ist bei Ebern anders als bei Kastraten, so dass die Fleischerinnung diesen Weg ablehnt. Eberfett wird schneller ranzig als Fett von Sauen bzw. Kastraten. Deswegen eignet sich Eberfleisch z. B. nicht zur Herstellung von Salami oder rohem Schinken. Außerdem gibt es immer noch kein standardisiertes Nachweisverfahren für Ebergeruch, was die Vermarktung insgesamt erschwert. Eine Möglichkeit wäre, wie es auch in anderen Ländern schon praktiziert wird, die Eber leichter zu schlachten. Kommen weibliche und männliche Tiere mit unterschiedlichen Körpergewichten am Schlachthof an, sind, wegen des Größenunterschiedes, zwei getrennte Schlachtbänder nötig. Die Schlachtkosten bleiben zudem gleich, jedoch bei geringerem Schlachtgewicht, so dass sich die Schlachtkosten pro kg Schlachtgewicht erhöhen.
  2. Immunokastration – Bei der Immunokastration wird den Tieren zweimal eine Art Impfstoff (Improvac®) gespritzt. Dieses Präparat wirkt an den Rezeptoren, so dass letztlich die Hormone, die für diesen unangenehmen Geruch/Geschmack verantwortlich sind, nicht gebildet werden. Tierschützer und NGO’s sehen diesen Weg neben der Ebermast als den Königsweg an. Und auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (kurz TVT) fordert die Immunokastration, weil die Schweine dabei unversehrt bleiben.Einige Fragen bleiben bei der Immunokastration: wie ist bei diesen Tieren die Fettqualität und wie sieht es mit dem Tierschutz bzw. der Lebensmittelsicherheit aus? Denn einige Schweinehalter, die Improvac® bei ihren Tieren angewendet haben, berichteten von massiven Impfabzessen im Nackenbereich. Weltweit sind immunokastrierte Tiere seit Jahren im Handel. In Belgien, Australien oder Südamerika wird bereits in relevanten Größenordnungen geimpft. Brasilien und Australien exportieren erfolgreich immunokastrierte Tiere, auch beispielsweise nach China. In Deutschland liegt ebenso seit Jahren Fleisch von immunokastrierten Tieren in den Kühltheken. Denn Belgien ist der Vorreiter der Immunokastration und exportiert einen großen Teil seines Fleisches an uns.
  3. Kastration unter Betäubung – Eine weitere Möglichkeit stellt die Kastration nach vorheriger Betäubung dar. Hier gibt es wiederum drei Möglichkeiten:
  • die Injektionsnarkose
  • die Inhalationsnarkose
  • die lokale Anästhesie

Eine Inhalationsnarkose mit Isofluran oder CO² ist rechtlich nicht zulässig. Dadurch dass mit der Injektionsnarkose eine Möglichkeit zur Verfügung steht, existiert auch kein sogenannter „Therapienotstand“, der eine Umwidmung ermöglichen würde. Auch der „vierte Weg“ mittels Lokalanästhesie ist aktuell nicht rechtskonform. Das Tierschutzgesetz fordert eine wirksame Schmerzausschaltung, was mittels Lokalanästhesie nicht gegeben ist. Zudem hat zur Zeit kein Präparat eine Zulassung für die Ferkelkastration. Sowohl die Bundestierärztekammer (kurz BTK) und auch die TVT lehnen die Lokalanästhesie aus den oben genannten Gründen ab. Das Verfahren der Injektionsnarkose ist im Moment der einzige rechtskonforme Weg in Deutschland. Sie verringert nachweislich den Kastrationsschmerz. Die Tiere schlafen allerdings sehr lang nach, kühlen leicht aus und verpassen vor allem mehrere Mahlzeiten, was sowohl für Ferkel, als auch Muttersau eigentlich nicht zu empfehlen ist. Außerdem besteht das Risiko der Ferkelverluste durch die Narkose, und die Wundheilung ist herabgesetzt.

 

Die Zeit läuft – steht ein weiterer Strukturwandel bevor?

Es wird ständig suggeriert, dass die Landwirte sich mit Händen und Füßen gegen ein Verbot der betäubungslosen Kastration wehren. Dem ist in den meisten Fällen nicht so. Der Landwirt würde lieber heute als morgen auf das Kastrieren der männlichen Ferkel verzichten. Es ist eine unschöne Arbeit, die niemand gerne macht.

Viele Schweinehalter sind jedoch reine Ferkelerzeuger, d.h. sie verkaufen ihre Tiere nicht direkt an einen Schlachthof. Sie halten die Ferkel bis etwa 30kg und verkaufen diese dann an einen Mäster.

Die Mäster sind frei, d.h. sie sind von dieser „Neuregelung“ nur am Rande betroffen. Allein bei der Immunokastration bliebe die Arbeit (und vermutlich auch die Kosten) an ihnen hängen.

Nur insgesamt können die reinen Mäster frei entscheiden, welche Ferkel sie kaufen/einstallen. Deutschland bezieht zur Zeit schon etwa 12 Millionen Ferkel aus dem Ausland, Tendenz steigend. Die Grenzen sind offen, d.h. es bleibt jedem Mäster freigestellt, kastrierte Ferkel aus dem europäischen Ausland zu kaufen. Den deutschen Ferkelerzeugern läuft derweil die Zeit davon. Die Sauen der Ferkel, auf die die Neuregelung zutrifft, werden im Spätsommer bzw. zum Herbstanfang belegt. Ein Sauenhalter, der nicht genau weiß, was sein Abnehmer will bzw. der nicht sicher ist, dass er seine Tiere auch verkaufen kann, kann im August/September seine Sauen eigentlich nicht mehr belegen. So könnte der Anfang vom Ende aussehen – der Strukturwandel schreitet voran, und die Schweineproduktion wandert ab.

Blick über die Grenzen

In Europa gibt es bislang keine einheitliche Regelung hinsichtlich der betäubungslosen Ferkelkastration. Nur in Schweden ist seit dem 01.01.2016 die betäubungslose Kastration verboten. Es ist eine Kastration unter Lokalanästhesie mittels dem Wirkstoff „Lidocain“ (hat in Deutschland keine Zulassung für die Indikation) und der Verabreichung eines Schmerzmittels durch den Landwirt selber möglich. Die Niederlande setzt intern auf Ebermast und für den deutschen Ferkelexport auf die CO² Narkose. Diese gilt allerdings in Deutschland nicht als tierschutzgerecht. In Dänemark ist eine Kastration unter Schmerzmitteln mit einer postoperativen Langzeitwirkung vorgeschrieben. Die Dänen planen keine Verschärfung im „Alleingang“ sondern warten auf eine gesamteuropäische Lösung. Seit Januar 2018 dürfen Ferkelerzeuger auf freiwilliger Basis die lokale Betäubung mittels dem Wirkstoff „Procain“ bei der Ferkelkastration durchführen – Voraussetzung dafür ist eine Schulung. Ab 1. Januar 2019 wird diese vom dänischen Qualitätsprogramm DANISH als Anforderung gesetzt.

In einigen EU-Ländern werden traditionell Eber gemästet. Hier wird vielerorts der Ebergeruch in Kauf genommen, oder die Tiere werden leichter geschlachtet. In anderen Ländern der EU wird die Kastration als notwendig angesehen, das heißt es gibt keine weiteren rechtlichen Vorgaben hinsichtlich Schmerzbehandlung oder gar Schmerzausschaltung.

Die deutschen Ferkelerzeuger haben somit ab dem 01.01.2019 einen massiven Wettbewerbsnachteil, wenn in den Ferkelexportländern zum Jahreswechsel keine vergleichbaren Regeln gelten, und sich die Schlachtunternehmen beziehungsweise der Lebensmitteleinzelhandel für einen Weg und einem Mehrwert an 4xD (in Deutschland geboren, aufgezogen, geschlachtet und zerlegt) ausspricht. Denn jedes Verfahren hat seinen Preis. Die Ferkelerzeuger können es sich nicht leisten, auf den Kosten oder gar auf den Ferkeln sitzen zu bleiben.

 

Quellen bzw. weiterführende Links:

http://www.animal-health-online.de/gross/2014/09/19/ebermast-vieles-spricht-fur-die-immunokastration/28433/

https://www.stallbesuch.de/immunokastration-maennlicher-ferkel/

http://www.wir-sind-tierarzt.de/2015/02/vergleich-betaeubung-ferkelkastration/

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierschutz/Regierungsbericht-Ferkelkastration.pdf?__blob=publicationFile

https://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=50&no_cache=1&download=TVT-Stellungn._Betäubungslose_Kastration_Schwein__Juni_2016_.pdf&did=112

http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20170607114358

http://www.wir-sind-tierarzt.de/download/Positionspapier-Lokalanaesthesie-Ferkelkastration.pdf

http://www.wir-sind-tierarzt.de/2016/12/ferkelkastration-wer-macht-was-in-europa/

https://www.bayerischerbauernverband.de/ferkelkastration-andere-laender-sind-weiter?layout=print

 

 

 

 

Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Offener Brief an Marcus Mosa (EDEKA), Lionel Souque (REWE), Klaus Gehring (Schwarz Gruppe), Marc Heußinger (Aldi), Olaf Koch (Metro Gruppe), Clemens Tönnies (Tönnies Fleisch), Tom Heidmann (VION), Johannes Steinhoff (Westfleisch), Kjeld Johannesen (Danish Crown), Martin & Stefan Müller (Müller Gruppe)

Sehr geehrte Herren,

der 01.01.2019 rückt immer näher. Mit diesem Datum soll in Deutschland nun endlich mit der betäubungslosen Ferkelkastration Schluss sein. Allerdings stehen damit unsere deutschen Ferkelerzeuger und auch die Mäster vor einer großen Herausforderung.

Drei Alternativen stehen zur Verfügung

Zur Zeit gibt es drei zugelassene Verfahren: Es besteht die Möglichkeit, die Ferkel von einem Tierarzt betäuben zu lassen, und sie dann zu kastrieren. Die Ferkel könnten jedoch auch einfach unkastriert bleiben und als Eber gemästet werden. Eine weitere Variante wäre die Immunokastration. Alle drei Verfahren haben sowohl Vor– als auch Nachteile. Alle drei Alternativen sind wie oben schon erwähnt zugelassen und damit möglich. Wir Landwirte sind bereit, das gewünschte Verfahren in die Praxis umzusetzen. Nur dazu benötigen wir eine gewisse Planungssicherheit. Denn der Ferkelerzeuger muss in den ersten Lebenswochen entscheiden, ob die Tiere kastriert werden sollen, oder nicht. Und auch der Mäster muss wissen, ob er später eine Absatzmöglichkeit hat (als Volleber oder immunokastriert), wenn er beispielsweise Eber kauft.

Weiterer Strukturwandel?

Unsere Ferkelerzeuger stehen zur Zeit vor einem riesengroßen Dilemma, denn sie müssen die Entscheidung treffen. Sie wissen zur Zeit nicht, egal was sie tun, ob sie später Ferkel erzeugt haben, die am Markt auch nachgefragt werden. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu anderen europäischen (v.a. dänischen und holländischen) Ferkelerzeugern, die weiterhin problemlos Kastrate (völlig losgelöst unter welchen Voraussetzungen diese kastriert wurden) liefern dürfen und werden.

Sehr geehrte Herren,

wir Ferkelerzeuger möchten weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Bitte sagen Sie uns, welches Verfahren Ihr Unternehmen bevorzugt, damit wir uns darauf einstellen können. Lassen Sie uns zeitnah in den Dialog treten und gemeinsam eine Lösung finden. Damit es auch in Zukunft noch ein 4 x D gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Nadine Henke

Offener Brief Ferkelkastration

Landwirtschaft, Schweinehaltung

Tierschutz: Finden zu wenig Kontrollen statt?

Wir hatten am Dienstag ein großes Audit. Gegen Mittag stand ein Prüfer von SGS vor unserem Tor, er möchte nun gerne eine QS und ITW Prüfung unseres Betriebes durchführen.

Tja, dann kommen Sie mal rein!

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Nachdem er sich eingeduscht und umgezogen hatte, ging es auch schon los. Zunächst hat er sich alle Abferkelabteile, das Deckzentrum und den Wartestall angesehen.

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Was wird bei einem Audit alles kontrolliert?

Bei der QS-Kontrolle gilt es in erster Linie diverse Vorschriften einzuhalten: neben dem Tierschutzgesetz ist noch die Tierschutznutztierhaltungs-Verordnung maßgebend. Für das Audit für die Initiative Tierwohl sind neben dem noch weitere Dinge zu erfüllen: wir geben den Tieren 10% mehr Platz und Raufutter in der Gruppenhaltung und stellen ihnen im Abferkelstall Nestbaumaterial zur Verfügung. Unsere Tiere haben zusätzlich organisches Beschäftigungsmaterial, Scheuermöglichkeiten (Bürsten und Scheuerbalken) in der Gruppenhaltung, wir haben eine vierwöchige Säugezeit, Wühlerde für die Ferkel und bieten unseren Tieren das Saufen aus offener Fläche in jedem Bereich des Stalles an. Diese Kriterien haben wir bei der Initiative Tierwohl gewählt – und ob wir das nun auch konsequent einhalten, das kontrolliert der Prüfer während des Audits.

itw6 Nachdem er sich im Sauenstall alles angesehen hat, ging es weiter in die Jungsauenaufzucht und danach in den Ferkelaufzuchtstall – auch hier gilt es natürlich alle Vorschriften einzuhalten. Neben der Tierkontrolle sind hier der Platz pro Tier, Fress- und Wasserplätze, die Luftqualität und die Helligkeit des Stalles sehr wichtig.

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Dokumentation – wer schreibt, der bleibt…

Zurück im Sauenstall geht es an die Dokumentation – denn neben der Kontrolle des Stalles bzw. der Tiere ist auch eine konsequente Dokumentation für uns Pflicht: neben den allgemeinen Betriebsdaten, dem Bestandsregister, Lieferscheine für Tiere und Futter, Ergebnissen zu Futteruntersuchungen, einem Betreuungsvertrag mit dem Tierarzt, den tierärztlichen Arzneimittelabgabebelegen und Bestandsbuch, Besuchsprotokollen vom Tierarzt und Diagnostikprotokollen, gehören auch mindestens jährliche Eigenkontrollen, Reinigungs- und Desinfektionspläne und die Dokumentation der Schadnagerbekämpfung dazu. Kontrolliert werden ebenfalls die Salmonellen- und Schlachthofbefunde. Zusätzlich benötigen wir für die Teilnahme an der Initiative Tierwohl einen jährlichen Wasser- und Klimacheck, der bei der Prüfung aktuell vorliegen muss.

Weitere Kontrollen

Die „regelmäßigen“ QS-Kontrollen finden mindestens alle drei Jahre, ein ITW Audit einmal pro Jahr statt – allerdings gibt es auch immer mal wieder unangemeldete „Spotaudits“. Neben diesen freiwilligen Kontrollen gibt es noch allerhand staatliche: so waren in den letzten Jahren das LAVES und das Veterinäramt, die Berufsgenossenschaft und auch das Bauamt regelmäßig bei uns im Betrieb.

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Daneben kontrollieren wir uns auch selber – und auch unabhängige Berater sind in regelmäßigen Abständen bei uns. Dazu kommen noch zahlreiche Praktikanten und Besuchergruppen.

Es ist definitv so, dass man von Zeit zu Zeit „betriebsblind“ wird, nur unsere Türen sind immer offen für interessierte Menschen, so dass wir hoffen, dass uns das nicht allzu schnell ereilt.

Allgemein, Ernährung, Landwirtschaft

Die Dosis macht das Gift – drei Fakten zu Nitrat

1. Nahezu alle natürlichen Lebensmittel einschließlich Trinkwasser enthalten Nitrat.

2. Nitrat gehört zu den wichtigsten chemischen Verbindungen – ohne Nitrat gäbe es kein Pflanzenwachstum.

3. Nitrat selber ist relativ ungiftig.

Wie oben schon geschrieben, auch im Bereich Nitrat macht die Dosis das Gift – aber was passiert eigentlich mit dem aufgenommenen Nitrat in unserem Körper?

Nitrate aus Gemüsesaft oder Wasser werden eigentlich nicht aufgenommen, sondern nahezu zu 100% wieder ausgeschieden. Nitrate aus fester Nahrung werden ebenfalls zu 80% wieder ausgeschieden. Die anderen 20% werden im Dickdarm aufgeschlüsselt. Sie gelangen über den Blutkreislauf in den Körper. Die Ausscheidung erfolgt über den Urin. Nach etwa 12 Stunden ist bereits die Hälfte des aufgenommenen Nitrats (aus dem Blutspiegel) wieder ausgeschieden.

Hm, bleibt die Frage – warum kann Nitrat dennoch Probleme verursachen?

Hier spielen unsere Nahrung und unser Speichel eine große Rolle:Nitrat wird in der Mundspeicheldrüse konzentriert und dann über den Speichel ausgeschieden. Und da liegt nun der Hase im Pfeffer. Denn hier gibt es eine Korrelation zum Nitratgehalt im Blut, d.h. hohe Nitratmengen in der Nahrung (gehen ins Blus s.o.) steigern die Nitratsekretion im Speichel überproportional. Unser Stoffwechsel ist schon manchmal komisch. Und dieses steigert letztlich auch die Nitritbildung – je mehr Nitrat vorhanden ist, desto mehr wird in Nitrit umgewandelt.

Und Nitrit ist das eigentliche Übel. Denn dieses wiederum ist toxisch. Also schauen wir uns doch weiter an, wie das Nitrit im Körper wirkt:

Es wird mit dem Speichel zunächst abgeschluckt und gelangt so in den Magen. Hier hat es nun drei Möglichkeiten:1. Es wird direkt im Magen resorbiert.2. Es gelangt in den Dünndarm und wird resorbiert (so wie das Nitrat)3. es verbindet sich mit sekundären Aminen zu Nitrosaminen. Diese sind krebserregend. Aber was passiert mit dem Nitrit weiter?Das vom Magen und Dünndarm aufgenommene Nitrit gelangt ins Blut und reagiert dort mit dem roten Blutfarbstoff. Das Blut wird dunkel und kann keinen Sauerstoff mehr transportieren. Es entsteht eine sogenannte „Zyanose“ – diese ist v.a. für Säuglinge eine große Gefahr. Ein Erwachsener kann diesen Zustand (es entsteht hier Methämoglobin) wieder rückreduzieren, d.h. das Nitrit wird wieder zu Nitrat umgewandelt. Und so schließt sich der Kreis.Also, es bleibt festzuhalten, dass Nitrat per se keine Gefahr darstellt. Nur die Aufnahme von großen Mengen an Nitrat über die Nahrung, kann zu einem gesundheitlichen Problem führen.

Nun wäre es natürlich noch interessant zu wissen, in welchen Lebensmitteln besonders viel Nitrat enthalten ist.

Frischgemüse, Trinkwasser, Getreide und Obst sind die Quellen von Nitrat. Verschiedene Gemüsesorten wie z.B. Kopfsalat, Spinat, Rote Bete, Radieschen und Rettich reichern je nach Jahreszeit und Anbaugebiet auffallend hohe Gehalte an Nitrat an. Besonders Rucola und z.T. auch Feldsalat speichern im Wachstum mehr Nitrat als andere Salatarten und weisen deshalb zum Erntezeitpunkt in der Regel höhere Nitratwerte auf.Aber auch bestimmten Fleisch-, Käse- und Fischprodukten darf Natriumnitrat- und Kaliumnitrat-Nitritpökelsalz als Konservierungsstoff zugesetzt werden.Ihr seht, auch beim Thema Nitrat behält Paracelsus recht:

Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift – allein die Dosis macht, dass ein Ding‘ kein Gift ist.

Kurz gesagt – „Nur die Dosis macht das Gift“ („Sola dosis facit venenum“).

Auch Blog Agrar hat sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt – schaut doch einfach mal rein: Werden wir alle vergiftet

Quellen:

Hüppe, Reiner: Der Stoffwechsel des Nitrat-Ions beim Menschen : Eine Übersicht

Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Nitrat in Lebensmitteln

Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung

Wie die Zukunft der deutschen Ferkelproduktion am Samenstrang hängt…

In Deutschland werden bislang die meisten männlichen Ferkel betäubungslos kastriert. Dieses geschieht, damit das Fleisch der Tiere später nicht unangenehm riecht, wenn man es brät. Ab 1.1.2019 soll nun der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration vollzogen werden. Ich muss sagen, ich finde das gut. Auch ich halte eine Kastration ohne vernünftige Schmerzausschaltung für absolut inakzeptabel, und ich begrüße die Diskussion zu diesem Thema.

Tja, jetzt fragt Ihr Euch sicher: „Thema erledigt – und was will die jetzt noch?“

Der Landwirt ist der Buh-Mann

Es wird ständig suggeriert, dass die Landwirte sich mit Händen und Füßen gegen ein Verbot der betäubungslosen Kastration wehren. Dem ist in den meisten Fällen nicht so. Der Landwirt würde lieber heute als morgen auf das Kastrieren der männlichen Ferkel verzichten. Es ist eine unschöne Arbeit, die niemand gern macht.

Drei Alternativen

Zur Zeit gibt es drei Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration:

  1. Ebermast – man mästet die Tiere einfach als Eber.
  2. eine so genannte „Immunokastration“ – den Tieren wird zweimal eine Art Impfstoff gespritzt. Dieses Präparat wirkt an den Rezeptoren, so dass letztlich die Hormone, die diesen unangenehmen Geruch/Geschmack machen, nicht gebildet werden.
  3. Kastration unter Vollnarkose – hier muss der Tierarzt die Tiere betäuben.
  4. In der Diskussion ist zudem noch ein vierter Weg – die Lokalanästhesie – hier wird ein Lokalanästhetikum vor der Kastration in den Samenstrang und unter die Haut injiziert.

Die beste Alternative

Häufig wird mir die Frage gestellt, welche Alternative ich für die Beste halte. Ohne jetzt jegliche, fachliche pro und contras der einzelnen Alternativen aufzuzeigen, ist und bleibt für mich persönlich ‚keine Kastration‘ die beste Alternative. Ganz nüchtern betrachtet sind wir Sauenhalter damit einfach am wenigsten angreifbar. Es gibt keinerlei Diskussion über die Durchführung der Narkose, keine blutigen Videosequenzen mit eventuell noch zappelnden Ferkeln und keine Glaubwürdigkeitsprobleme hinsichtlich der postoperativen Schmerzbehandlung.

Manche Landwirte haben jedoch Angst, Eber zu mästen. Pubertierende Eber können am Ende der Mast unangenehm werden – sowohl gegen den Menschen als auch gegen ihre Kollegen. Es wird von Penisbeißen und gegenseitigen Aufreiten berichtet. Dieses Verhalten kann zu Verletzungen der Tiere führen.

Immunokastration

Um hier Abhilfe zu schaffen, gäbe es ja die Möglichkeit, die Tiere mit einer Art Impfstoff zu behandeln.

Immunokastration: Ende gut – alles gut?🤔 Schön wäre es – denn hier sind nun der Handel und die Schlachtunternehmen gefragt, bzw. letztendlich auch Ihr als Verbraucher. Denn Hand aufs Herz – würdet Ihr dieses Fleisch bedenkenlos kaufen?

Ein großer Teil des LEHs gibt an, alle Alternativen zur betäubungslosen Kastration zu akzeptieren, also sowohl Eberfleisch als auch immunokastrierte Schweine. Nur diese Nachfrage, die wir als Ferkelerzeuger so dringend bräuchten, kommt bei uns nicht an.

Mögliche Konsequenzen

Letztlich stehen wir als „die wollen ja gar nichts ändern“ Buhmänner ziemlich alleine auf weiter Flur. Denn es ist mitnichten so, dass wir es nicht anders wollen. Nur wir können nicht auf blauem Dunst hin einfach mal das Kastrieren einstellen. Viele Schweinehalter sind reine Ferkelerzeuger, d.h. sie verkaufen ihre Tiere nicht direkt an einen Schlachthof. Sie halten die Ferkel bis etwa 30kg und verkaufen diese dann an einen Mäster.

Die Mäster sind frei, d.h. sie sind von dieser „Neuregelung“ nur am Rande betroffen. Bei der Immunokastration bliebe allerdings die Arbeit (und vermutlich auch die Kosten) an ihnen hängen. Nur ihnen bleibt es zunächst freigestellt, welche Ferkel sie einstallen. Deutschland bezieht zur Zeit schon etwa 12 Millionen Ferkel aus dem Ausland, Tendenz steigend. Die Grenzen sind offen, d.h. es bleibt jedem Mäster freigestellt, kastrierte Ferkel aus dem europäischen Ausland zu kaufen. So könnte der Anfang vom Ende aussehen – die Schweineproduktion wandert ab.

Ihr seht, es ist letztlich ein kleiner Schnitt fürs Ferkel, jedoch ein großer Schnitt für die deutsche Ferkelproduktion.

P.S.: unsere Ferkel und wir haben nun schon seit Jahren das Glück, dass wir nicht mehr Kastrieren müssen – unsere Abnehmer mästen Eber 😉🐷

Allgemein, Landwirtschaft, Politik

Christina Schulze Föcking tritt zurück – ein rabenschwarzer Tag für unsere Gesellschaft

Jetzt ist es passiert – nach monatelangem Dauerbeschuss auf ihre Person und v.a. auch auf ihre Familie zieht Christina Schulze Föcking ihre Konsequenzen und tritt als Landwirtschafts- und Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen zurück.

Schulze Föcking tritt zurück

Es macht mich furchtbar traurig, dennoch kann ich ihren Schritt absolut nachvollziehen. Wenn jemand in E-Mails und privaten Nachrichten bedroht wird, und der Druck auf die Familie und die Kinder stetig weiter wächst, muss man einfach irgendwann die Reißleine ziehen.

Allerdings stelle ich mir die Frage – was machen wir hier? Wie hat sich unsere Gesellschaft verändert? Was muten wir unseren Politikern zu?

Christina ist gleich zu Anfang ihrer Amtszeit massiv angegriffen worden – eine kleine, v.a. feige und absolut aggressive Gruppe hat im Schutze einer schweigenden (politischen) Mehrheit ihr Unwesen gegen sie getrieben. Es macht mich besonders traurig, weil Christina einen anderen, einen menschlicheren Politikstil pflegt. Sie war damit verletzbar. Nur ich frage mich, erklären wir als Gesellschaft einen Menschen zu „Freiwild“, sobald er ein politisches Amt annimmt? Es ist beschämend für unsere Gesellschaft, dass wir jemanden wie Christina hier vollkommen alleine lassen. Wie kann so etwas passieren? Ich schäme mich für unseren Staat, der es zulässt, dass so engagierte Menschen nicht geschützt werden.

Es tut mir furchtbar leid, was wir (und damit meine ich unsere Gesellschaft) Christina und ihrer Familie in der Zeit während ihres Amtes zugemutet haben. Es bleibt mir nur noch, mich bei ihr zu bedanken. Ich danke ihr von Herzen für ihren unermüdlichen Einsatz! Ich wünsche ihr und ihrer Familie ganz viel Kraft und hoffe, dass die Wunden schnell heilen werden.

Ich hoffe allerdings auch, dass diese für mich absolut nachvollziehbare Entscheidung von Christina unsere Gesellschaft wach rüttelt. Denn so kann und darf es nicht weitergehen. Es kann nicht sein, dass wir es zulassen, dass Menschen v.a. auch in den sozialen Medien so über jemanden herfallen, und auch ein Teil der Medien (ja, lieber WDR, ich vergesse Euch hier sicher nicht, denn auch Ihr habt hier Euer Päckchen zu tragen) sich an dieser widerlichen Hexenjagd beteiligen. Es muss etwas passieren, und zwar ganz dringend. Hier ist die Politik aber auch die Gesellschaft als solche gefragt.

Allgemein

Katie Pratt – Powerfrau mit ganz viel Herz ❤️

Der letzte Betriebsbesuch unserer Reise führt uns nach Illinois zu Katie Pratt, ihrem Mann Andy, und ihren beiden Kindern Ethan & Natalie.

Zusammen mit der Familie von Andys Bruder bewirtschaften sie ihre 3.300ha Farm mit Mais- und Sojaanbau. Katie stellt sich uns ganz selbstbewusst mit dem Satz „I am the GMO girl!“ vor. Nur medial ist sie eigentlich das Illinois Farm Girl.

Zusammen mit einer bekannten Landwirtin hat sie mehrfach Politiker und weitere Multiplier zu einer „Farm-to-table“ Veranstaltung eingeladen. Mittlerweile geht sie jedoch einen anderen Weg – sie unterrichtet Lehrer und Schüler in der Schule im Bereich Landwirtschaft.

„Andere diskutierten über Landwirtschaft ohne uns Landwirte. So bin ich in die Schule gegangen und habe über Landwirtschaft gesprochen.“ Mit einem Strahlen in ihren Augen spricht sie von ihrer Arbeit dort: „Ich komme selber von einem Hof mit Schweinen und Rindermast. Ich finde es so faszinierend mehr über die Landwirtschaft zu lernen.“ Ihr Erfolgsrezept ist mit einem einfachen Thema zu starten: „Wir sprechen über Pizza. Jedes Kind liebt Pizza. Und so können wir über jede einzelne Zutat sprechen und am Ende ein Pizza backen.“ Von den positiven Themen kommt man automatisch auch auf die kritischen Themen zu sprechen: „Sie sind interessiert. Sie wollen mehr wissen, und dann ist es einfacher über kritische Dinge zu sprechen „, so Katie weiter. Anfangs also bei den jüngeren Klassen ist sie vier Mal im Jahr, die älteren Jahrgänge besucht sie einmal im Monat. Eine Diskussion mit Zwölfjährigen über GMO ist manchmal schon spannend, berichtet sie, v.a. wenn diese eine vorgefertigte Meinung von zu Hause mitbringen. Viele von ihnen wissen jedoch gar nicht, was eine DNA ist, so dass es auch einen kleinen Grundkurs im Bereich Biologie gibt.

Es ist absolut beeindruckend, was Katie berichtet, und vor allem mit wieviel Herzblut dahinter sie das Ganze macht. Sie liebt, was sie tut, und das spürt man bei jedem Wort. Unter Tränen erzählt sie uns eine Geschichte von zwei Mädchen, die eine Fahrradtour machten, eigentlich nur ganz elitäre Betriebe anschauen wollten, dann allerdings in einen Regenschauer gerieten und bei Katie und ihrer Familie Unterschlupf gefunden haben. Sie aßen mit ihnen zusammen, schliefen bei ihnen auf der Couch, waren Teil der Familie. Katie und Andy zeigten ihnen ihre Farm. Beim Rundgang auf dem Hof sagten die Mädels, dass sie nicht glauben können, dass es „normale Menschen“ wie Katie und ihre Familie wären, die hier Mais anbauen und Landwirtschaft betreiben, sie dachten, das wäre alles Monsanto. Katie weint beim Erzählen der Geschichte. Es macht sie traurig, dass viele die Gesichter und die Familien hinter der landwirtschaftlichen Produktion weder kennen noch sehen.

Super spannend sind die beiden Kids – Ethan stellte sich gleich als „der Halbe“ vor, der auch fleißig auf dem Betrieb mithilft. Mit seinen dreizehn Jahren übernimmt er das gesamte Düngemanagement. Mit seiner Schwester zusammen hat er aber auch noch sein eigenes kleines Business – Popcorn. Auf etwa 4 Hektar pflanzen die beiden jedes Jahr Popcorn Mais an und ernten diesen später mit der Hand. Verpackt mit Logo und Anleitung verkaufen sie ihn dann. Hier seht Ihr das Pflanzen.

Anschließend haben wir uns noch ein bisschen auf der Farm umgesehen. Was soll ich sagen, die Maschinen sind schon riesig und beeindruckend, aber auch irgendwie faszinierend.

Allgemein, Landwirtschaft, USA

The Cinnamon Ridge Farm oder irgendwie muss das Jersey Kälbchen doch noch mit ins Handgepäck passen…

Gestern morgen kreuzten wir den Mississippi und fuhren von Illinois nach Iowa.

Dort besuchten wir John und Joan Maxwell auf ihrer Cinnamon Ridge Farm.

Die beiden managen einen Milchviehbetrieb mit 210 Jersey Kühen 😍😍😍. Diese werden in vier Robotern gemolken. Daneben halten sie noch etwa 5.000 Schweine von 5kg-120kg. Sie machen etwa zwei Durchgänge, d.h. mästen circa 10.000 Schweine im Jahr. John ist da ganz offen. Die Schweine hält er nur aus Investment Gründen, und weil er die Gülle braucht. Ich bewunder seine Offenheit und sein Selbstbewusstsein.

Sie produzieren v.a. Mais und Soja, nutzen Getreide als Zwischenfrüchte. Diese häckseln sie dann im Frühjahr als Ganzpflanzensilage und verfüttern es an die Kühe.

Etwa 6.000 Menschen besuchen im Jahr die Farm, davon 2.000 Kinder, die mit ihrer Familie oder ihrer Klasse eine „Farm Tour“ machen.

Zunächst bekommen wir eine Vorführung einer Sämaschine – John Deere ist einer ihrer Sponsoren 😉

Danach haben wir eine wirklich tolle Tour gemacht. Mit Trecker und Wagen ging es zunächst zum kleinen Hofladen:

Weiter am Schweinestall vorbei, wo der Landwirt selber gar nicht wusste, ob überhaupt gerade Schweine drin sind 🙈 – und nein, es waren keine im Stall 🤔🙄😂

Ein geräumiger Besucherraum trennt die Schweine von den Besuchern. Das war richtig klasse gemacht. Weiter ging es durch Wald und Flur, an den ‚Beef-Cattle‘ vorbei wieder zur Farm.

Zurück auf der Hofstelle haben wir uns diese etwas genauer angesehen – ganz viele Jersey Kühe 😍

Nachdem ich angedroht bzw. angekündigt hatte, dass ich ein Kälbchen mit ins Handgepäck schmuggeln würde, bekamen wir diese schon mal gar nicht zu Gesicht 🤷🏼‍♀️😅. Naja, muss ich mir wohl noch eine andere Quelle überlegen. 😉

Nach der Betriebsbesichtigung sind wir ein letztes Mal zu unseren Workshops übergegangen. In einer großen Runde stellten Heike, Werner und Agnes ihre Art der Öffentlichkeitsarbeit vor. Aber auch von amerikanischer Seite gab es zwei Vorträge zu dem Thema. Es war sehr spannend, und ich werde Euch in der nächsten Zeit sicher noch von den Ergebnissen berichten, nur jetzt würde das wirklich den Rahmen sprengen. Nur soviel schon einmal – die Amerikaner sind insgesamt viel selbstbewusster. Das sieht man auch im Umgang mit z.B. Sponsoren – da sind sie einfach offen.

Im Anschluss an den Farmbesuch ging es für uns zurück nach Davenport zum Baseball. Äußerst interessant. Die Regeln sind kompliziert und die Stimmung ist mit unserer sowohl beim Fußball als auch beim Hand- oder Basketball nicht vergleichbar – gefühlt gehen die Menschen zum Baseball, um einfach vollkommen legal in der Öffentlichkeit mit den Freunden ein Bierchen trinken zu können. Für mich war es dennoch spannend – es bleibt ein sehr interessantes Spiel.

Allgemein, Landwirtschaft, USA

The John Deere Pavillon

Gestern Nachmittag sind wir in Moline angekommen. Zusammen mit Davenport, Bettendorf und Rock Island bildet Moline die Quad Cities. Moline liegt noch in Illinois, die Grenze zu Iowa bildet der Mississippi.

In Moline hat John Deere seinen Hauptsitz und seinen Pavillon.

Hier haben wir zunächst eine äußerst interessante Führung bekommen. Erst ging es um die Geschichte von John Deere Company und später um deren Produkte.

Mit dem Mais möchte John Deere zeigen, dass auf der einen Seite immer mehr Menschen geboren werden und auf der anderen Seite immer mehr Menschen in den Städten leben. Es bleiben also immer weniger, die auf dem Land Lebensmittel produzieren.

Nach der Runde durch den Pavillon gingen wir mit drei Mitarbeitern von John Deere in medias res. In einem kleinen Raum im Pavillon stellten wir unsere Fragen zu den Bereichen Farming 4.0, Öffentlichkeitsarbeit und Datensicherheit.

Insgesamt war das jedoch total ernüchternd. Denn es gab letztlich keine Antworten auf unsere Fragen. Auch auf konkrete Nachfrage hin, was denn nun die „take Home Messages“ seien, hüllten sich die drei in Schweigen.

Ein wenig frustriert verließen wir die Örtlichkeiten und sind am Flussufer des Nebenarms des Mississippis sehr lecker etwas Essen und Trinken gegangen. Das hob vieles wieder auf. Ich muss sagen, wir sind mit einer echt tollen Truppe hier. Es macht richtig Spaß, deshalb ärgern wir uns nicht über den Nachmittag. Jetzt heißt es Krone richten und weiter geht’s. Morgen gibt’s Jersey Kühe 🐮😍

Allgemein, Landwirtschaft, USA

Tag der Landmaschinen oder einfach „Blechporno“?

Gestern war der „Tag der Landmaschinen“. Morgens haben wir eine Außenstelle von Horsch besucht und uns den ‚planter‘, also eine Sä- bzw. Drillmaschine, angeschaut.

In der Gegend, in der wir unterwegs sind, befindet sich der „corn belt“, also der Mais-Gürtel der USA. Die typische Fruchtfolge hier ist Mais und Soja, wahlweise auch gerne zwei Jahre Mais und dann ein Jahr Soja. Getreide oder gar Zwischenfrüchte werden hier nicht angebaut. Und jetzt kommt die Firma Horsch ins Spiel – sie bringt hier einen ‚planter‘ auf den Markt, der neben Mais und Soja, auch Getreide, Zuckerrüben, Raps und Zwischenfrüchte drillen kann.

An dem Standort werden Versuchsfelder angelegt, die den Landwirten vor Ort zeigen, was es für Möglichkeiten gibt. Horsch bietet zudem Schulungen an, welche neben der Anbaumethoden auch das Thema Bodendruck zur Schonung des Bodens beinhaltet.

Mich als nicht Ackerbauer hat dieser Vormittag absolut beeindruckt. Die Maschine ist der Hammer (ja, Blechporno scheint auch bei Tierärztinnen mit Schweinehaltung zu ziehen 🙄🙈😂), und ich finde es mega spannend, welchen Weg die Firma Horsch hier beschreitet – Nachhaltigkeit per excellence. Richtig klasse! Ich hoffe, dass sie sich in diesem Bereich auch hier in den USA durchsetzen können.

Und nun noch ein paar Eindrücke für Euch: