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Hormone im Fleisch? Vollkommen normal.

Es gibt noch eine Alternative zur Kastration: Hormone zu spritzen, damit die Geschlechtsreife des Ebers hinausgezögert wird bis das Tier zum Schlachter kommt, also bevor es durch die Geschlechtsreife anfängt, unangenehm zu riechen, was den Fleischgenuss zerstört. Aber wollen wir hormonbehandeltes Fleisch?

So wird der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz von der Rheinischen Post zitiert. Ja, der Termin zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration rückt näher, und der Ton verschärft sich.

Facts not fear – hier die Fakten:

  • Improvac® besitzt keinerlei hormonelle Wirkung.

  • Improvac® hinterlässt im Fleisch keinerlei Rückstände.

  • Fleisch enthält natürlicherweise immer Hormone.

Bedauerlich, dass hier Werner Schwarz stellvertretend für den Deutschen Bauernverband nicht mit Fakten argumentieren kann, sondern versucht mit der Verbreitung von Angst zu punkten.

„Hormone spritzen“ – es geht um Improvac, sprich um eine immunologische Kastration.

Was bedeutet „Immunokastration“?

Bei der Immunokastration wird den Tieren zweimal eine Art Impfstoff (Improvac®) gespritzt. Improvac® ist pharmakologisch gesehen kein richtiger Impfstoff, sondern ein „immunologisches Präparat“. Dieses Präparat wirkt jedoch wie ein Impfstoff.

Improvac® ist kein Hormon

Improvac® enthält ein synthetisches Analogon eines natürlichen Hormons (GnRF). Dieses Analogon ist an ein Trägerprotein gebunden und bildet mit diesem zusammen das Antigen. Dieses Antigen stimuliert die Bildung von GnRF-neutralisierenden Antikörpern. So werden letztlich die Hormone, die für den unangenehmen Geruch/Geschmack bei Eberfleisch verantwortlich sind, nicht gebildet.

Quelle: DLG e.V. – Eberfleisch Teil 1 – Basiswissen

Tierschützer und NGO’s sehen diesen Weg neben der Ebermast als den Königsweg an. Und auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (kurz TVT) fordert die Immunokastration, weil die Schweine dabei unversehrt bleiben. Nur der Deutsche Bauernverband lehnt die vermutlich tierschonenste Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ab.

Weltweit sind immunokastrierte Tiere seit Jahren im Handel. In Belgien, Australien oder Südamerika wird bereits in relevanten Größenordnungen geimpft. Brasilien und Australien exportieren erfolgreich immunokastrierte Tiere, auch beispielsweise nach China.

In Deutschland liegt ebenso seit Jahren Fleisch von immunokastrierten Tieren in den Kühltheken – denn Belgien ist der Vorreiter der Immunokastration und exportiert einen großen Teil seines Fleisches an uns.

Fleisch enthält immer Hormone – auch beim Menschen

Hormone sind natürliche Botenstoffe und sowohl in unserem Körper als auch in nahezu allen Nahrungsmitteln vorhanden. Eine Quelle für hormonell wirksame Substanzen stellen zum Beispiel Schimmelpilze (Zearalenon) dar, die von bestimmten Pilzen gebildet werden und Getreidearten wie Mais, Weizen und Gerste befallen können. Der Einsatz von Hormonen als Wachstumsförderer in der Tiermast ist seit 1988 EU-weit verboten.

Mein Fazit

Veränderungen scheinen vom Bauernverband nicht gewollt. Seit Jahren wird der Termin zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration nun ausgesessen. Kurz gesagt – es werden alle möglichen Lösungen negiert:

  1. Ebermast ist nicht flächendeckend umsetzbar
  2. Kastration unter Betäubung ist finanziell nicht darstellbar
  3. Immunokastration lehnt der Verbraucher ab aus Angst vor „Hormonfleisch“

Auch QS beweist angeblich in einer Studie, dass die Immunokastration das größte Skandalpotential hat. Und jetzt, fünf Monate vor Ablauf der Frist, bleibt dieser vorhergesagte mediale Skandal einfach aus – und noch schlimmer – Tierschutzvereine, einige Bioverbände und NGO’s sprechen sich für die Immunokastration aus. Und auch eher kritische Medien wie der Spiegel berichten positiv über die Immunokastration.

So, was bleibt – man inszeniert den Skandal einfach selber und zerstört damit vorsätzlich eine der besten (weil tierschonenste) Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration – um auf eine Alternative zu setzen, die es bislang schlichtweg nicht gibt.

Ich bin maßlos enttäuscht. Ich wünsche mir einen Verband, der nach vorne blickt, der die Zukunft gestalten möchte, der offen ist und auch bereit für Veränderungen. Letztlich disqualifiziert sich der Bauernverband hier als Gesprächspartner in Sachen betäubungsloser Ferkelkastration – und das finde ich wirklich traurig.

Weitere Informationen:

Zulassung Improvac

BfR – Fragen und Antworten zum Thema Hormone in Fleisch und Milch

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Was ist da eigentlich los? Einige kurze Erläuterungen zum gestrigen offenen Brief…

Drei Alternativen und ein 4. Weg?

Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration

Stichtag 01.01.2019

In Deutschland werden bislang die meisten männlichen Ferkel betäubungslos kastriert. Dieses geschieht, damit das Fleisch der Tiere später nicht unangenehm riecht, wenn man es brät. Ab 1.1.2019 soll nun der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration vollzogen werden – ab dann gilt in Deutschland das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration.

Der Landwirt würde lieber heute als morgen auf das Kastrieren der männlichen Ferkel verzichten. Es ist eine unschöne Arbeit, die niemand gern macht.

Zur Zeit gibt es drei Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration:

  1. Ebermast – man mästet die Tiere einfach als Eber.
  2. eine so genannte „Immunokastration“ – den Tieren wird zweimal eine Art Impfstoff gespritzt. Dieses Präparat wirkt an den Rezeptoren, so dass letztlich die Hormone, die für diesen unangenehmen Geruch/Geschmack verantwortlich sind, nicht gebildet werden.
  3. Kastration unter Vollnarkose – hierzu muss nach jetziger Gesetzeslage der Tierarzt die Tiere betäuben.

Diese drei Verfahren sind alle zum jetzigen Standpunkt zugelassen und dadurch sofort „einsatzfähig“. In der momentanen Diskussion ist noch ein „vierter Weg“ – die Lokalanästhesie. Hier wird ein Lokalanästhetikum vor der Kastration in den Samenstrang und unter die Haut injiziert. Dieser Weg wird v.a. von den landwirtschaftlichen Verbänden propagiert. Er ist jedoch bislang weder zugelassen noch existiert eine Ausnahmeregelung, dass der Landwirt diese Lokalanästhesie durchführen darf.

Alle Verfahren haben Vor- und Nachteile

Welche Alternative ist nun die Beste? Das ist eine gute Frage, die abschließend nicht beantwortet werden kann. Jede Alternative hat ihre Vor- und Nachteile:

  1. Ebermast – Die Ebermast wäre der einfachste Weg, die betäubungslose Ferkelkastration zu umgehen. Die Tiere werden einfach nicht mehr kastriert und als Volleber gemästet. In anderen Ländern ist dies ein gängiger Weg, wahlweise wie bei uns bis 120kg Lebendgewicht oder schon mit etwa 85kg Lebendgewicht geschlachtet. In vielen Betrieben funktioniert die Ebermast ohne Komplikationen. Andere Betriebe berichten allerdings von Kämpfen und teilweise schwere Verletzungen in der Endmast sowie während des Transports zum Schlachthof. In gemischt-geschlechtlichen Gruppen sind die Tiere weniger aggressiv. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass trächtige Sauen geschlachtet werden. Eine weitere Herausforderung ist die Fettqualität. Diese ist bei Ebern anders als bei Kastraten, so dass die Fleischerinnung diesen Weg ablehnt. Eberfett wird schneller ranzig als Fett von Sauen bzw. Kastraten. Deswegen eignet sich Eberfleisch z. B. nicht zur Herstellung von Salami oder rohem Schinken. Außerdem gibt es immer noch kein standardisiertes Nachweisverfahren für Ebergeruch, was die Vermarktung insgesamt erschwert. Eine Möglichkeit wäre, wie es auch in anderen Ländern schon praktiziert wird, die Eber leichter zu schlachten. Kommen weibliche und männliche Tiere mit unterschiedlichen Körpergewichten am Schlachthof an, sind, wegen des Größenunterschiedes, zwei getrennte Schlachtbänder nötig. Die Schlachtkosten bleiben zudem gleich, jedoch bei geringerem Schlachtgewicht, so dass sich die Schlachtkosten pro kg Schlachtgewicht erhöhen.
  2. Immunokastration – Bei der Immunokastration wird den Tieren zweimal eine Art Impfstoff (Improvac®) gespritzt. Dieses Präparat wirkt an den Rezeptoren, so dass letztlich die Hormone, die für diesen unangenehmen Geruch/Geschmack verantwortlich sind, nicht gebildet werden. Tierschützer und NGO’s sehen diesen Weg neben der Ebermast als den Königsweg an. Und auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (kurz TVT) fordert die Immunokastration, weil die Schweine dabei unversehrt bleiben.Einige Fragen bleiben bei der Immunokastration: wie ist bei diesen Tieren die Fettqualität und wie sieht es mit dem Tierschutz bzw. der Lebensmittelsicherheit aus? Denn einige Schweinehalter, die Improvac® bei ihren Tieren angewendet haben, berichteten von massiven Impfabzessen im Nackenbereich. Weltweit sind immunokastrierte Tiere seit Jahren im Handel. In Belgien, Australien oder Südamerika wird bereits in relevanten Größenordnungen geimpft. Brasilien und Australien exportieren erfolgreich immunokastrierte Tiere, auch beispielsweise nach China. In Deutschland liegt ebenso seit Jahren Fleisch von immunokastrierten Tieren in den Kühltheken. Denn Belgien ist der Vorreiter der Immunokastration und exportiert einen großen Teil seines Fleisches an uns.
  3. Kastration unter Betäubung – Eine weitere Möglichkeit stellt die Kastration nach vorheriger Betäubung dar. Hier gibt es wiederum drei Möglichkeiten:
  • die Injektionsnarkose
  • die Inhalationsnarkose
  • die lokale Anästhesie

Eine Inhalationsnarkose mit Isofluran oder CO² ist rechtlich nicht zulässig. Dadurch dass mit der Injektionsnarkose eine Möglichkeit zur Verfügung steht, existiert auch kein sogenannter „Therapienotstand“, der eine Umwidmung ermöglichen würde. Auch der „vierte Weg“ mittels Lokalanästhesie ist aktuell nicht rechtskonform. Das Tierschutzgesetz fordert eine wirksame Schmerzausschaltung, was mittels Lokalanästhesie nicht gegeben ist. Zudem hat zur Zeit kein Präparat eine Zulassung für die Ferkelkastration. Sowohl die Bundestierärztekammer (kurz BTK) und auch die TVT lehnen die Lokalanästhesie aus den oben genannten Gründen ab. Das Verfahren der Injektionsnarkose ist im Moment der einzige rechtskonforme Weg in Deutschland. Sie verringert nachweislich den Kastrationsschmerz. Die Tiere schlafen allerdings sehr lang nach, kühlen leicht aus und verpassen vor allem mehrere Mahlzeiten, was sowohl für Ferkel, als auch Muttersau eigentlich nicht zu empfehlen ist. Außerdem besteht das Risiko der Ferkelverluste durch die Narkose, und die Wundheilung ist herabgesetzt.

 

Die Zeit läuft – steht ein weiterer Strukturwandel bevor?

Es wird ständig suggeriert, dass die Landwirte sich mit Händen und Füßen gegen ein Verbot der betäubungslosen Kastration wehren. Dem ist in den meisten Fällen nicht so. Der Landwirt würde lieber heute als morgen auf das Kastrieren der männlichen Ferkel verzichten. Es ist eine unschöne Arbeit, die niemand gerne macht.

Viele Schweinehalter sind jedoch reine Ferkelerzeuger, d.h. sie verkaufen ihre Tiere nicht direkt an einen Schlachthof. Sie halten die Ferkel bis etwa 30kg und verkaufen diese dann an einen Mäster.

Die Mäster sind frei, d.h. sie sind von dieser „Neuregelung“ nur am Rande betroffen. Allein bei der Immunokastration bliebe die Arbeit (und vermutlich auch die Kosten) an ihnen hängen.

Nur insgesamt können die reinen Mäster frei entscheiden, welche Ferkel sie kaufen/einstallen. Deutschland bezieht zur Zeit schon etwa 12 Millionen Ferkel aus dem Ausland, Tendenz steigend. Die Grenzen sind offen, d.h. es bleibt jedem Mäster freigestellt, kastrierte Ferkel aus dem europäischen Ausland zu kaufen. Den deutschen Ferkelerzeugern läuft derweil die Zeit davon. Die Sauen der Ferkel, auf die die Neuregelung zutrifft, werden im Spätsommer bzw. zum Herbstanfang belegt. Ein Sauenhalter, der nicht genau weiß, was sein Abnehmer will bzw. der nicht sicher ist, dass er seine Tiere auch verkaufen kann, kann im August/September seine Sauen eigentlich nicht mehr belegen. So könnte der Anfang vom Ende aussehen – der Strukturwandel schreitet voran, und die Schweineproduktion wandert ab.

Blick über die Grenzen

In Europa gibt es bislang keine einheitliche Regelung hinsichtlich der betäubungslosen Ferkelkastration. Nur in Schweden ist seit dem 01.01.2016 die betäubungslose Kastration verboten. Es ist eine Kastration unter Lokalanästhesie mittels dem Wirkstoff „Lidocain“ (hat in Deutschland keine Zulassung für die Indikation) und der Verabreichung eines Schmerzmittels durch den Landwirt selber möglich. Die Niederlande setzt intern auf Ebermast und für den deutschen Ferkelexport auf die CO² Narkose. Diese gilt allerdings in Deutschland nicht als tierschutzgerecht. In Dänemark ist eine Kastration unter Schmerzmitteln mit einer postoperativen Langzeitwirkung vorgeschrieben. Die Dänen planen keine Verschärfung im „Alleingang“ sondern warten auf eine gesamteuropäische Lösung. Seit Januar 2018 dürfen Ferkelerzeuger auf freiwilliger Basis die lokale Betäubung mittels dem Wirkstoff „Procain“ bei der Ferkelkastration durchführen – Voraussetzung dafür ist eine Schulung. Ab 1. Januar 2019 wird diese vom dänischen Qualitätsprogramm DANISH als Anforderung gesetzt.

In einigen EU-Ländern werden traditionell Eber gemästet. Hier wird vielerorts der Ebergeruch in Kauf genommen, oder die Tiere werden leichter geschlachtet. In anderen Ländern der EU wird die Kastration als notwendig angesehen, das heißt es gibt keine weiteren rechtlichen Vorgaben hinsichtlich Schmerzbehandlung oder gar Schmerzausschaltung.

Die deutschen Ferkelerzeuger haben somit ab dem 01.01.2019 einen massiven Wettbewerbsnachteil, wenn in den Ferkelexportländern zum Jahreswechsel keine vergleichbaren Regeln gelten, und sich die Schlachtunternehmen beziehungsweise der Lebensmitteleinzelhandel für einen Weg und einem Mehrwert an 4xD (in Deutschland geboren, aufgezogen, geschlachtet und zerlegt) ausspricht. Denn jedes Verfahren hat seinen Preis. Die Ferkelerzeuger können es sich nicht leisten, auf den Kosten oder gar auf den Ferkeln sitzen zu bleiben.

 

Quellen bzw. weiterführende Links:

http://www.animal-health-online.de/gross/2014/09/19/ebermast-vieles-spricht-fur-die-immunokastration/28433/

https://www.stallbesuch.de/immunokastration-maennlicher-ferkel/

http://www.wir-sind-tierarzt.de/2015/02/vergleich-betaeubung-ferkelkastration/

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierschutz/Regierungsbericht-Ferkelkastration.pdf?__blob=publicationFile

https://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=50&no_cache=1&download=TVT-Stellungn._Betäubungslose_Kastration_Schwein__Juni_2016_.pdf&did=112

http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20170607114358

http://www.wir-sind-tierarzt.de/download/Positionspapier-Lokalanaesthesie-Ferkelkastration.pdf

http://www.wir-sind-tierarzt.de/2016/12/ferkelkastration-wer-macht-was-in-europa/

https://www.bayerischerbauernverband.de/ferkelkastration-andere-laender-sind-weiter?layout=print

 

 

 

 

Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Offener Brief an Marcus Mosa (EDEKA), Lionel Souque (REWE), Klaus Gehring (Schwarz Gruppe), Marc Heußinger (Aldi), Olaf Koch (Metro Gruppe), Clemens Tönnies (Tönnies Fleisch), Tom Heidmann (VION), Johannes Steinhoff (Westfleisch), Kjeld Johannesen (Danish Crown), Martin & Stefan Müller (Müller Gruppe)

Sehr geehrte Herren,

der 01.01.2019 rückt immer näher. Mit diesem Datum soll in Deutschland nun endlich mit der betäubungslosen Ferkelkastration Schluss sein. Allerdings stehen damit unsere deutschen Ferkelerzeuger und auch die Mäster vor einer großen Herausforderung.

Drei Alternativen stehen zur Verfügung

Zur Zeit gibt es drei zugelassene Verfahren: Es besteht die Möglichkeit, die Ferkel von einem Tierarzt betäuben zu lassen, und sie dann zu kastrieren. Die Ferkel könnten jedoch auch einfach unkastriert bleiben und als Eber gemästet werden. Eine weitere Variante wäre die Immunokastration. Alle drei Verfahren haben sowohl Vor– als auch Nachteile. Alle drei Alternativen sind wie oben schon erwähnt zugelassen und damit möglich. Wir Landwirte sind bereit, das gewünschte Verfahren in die Praxis umzusetzen. Nur dazu benötigen wir eine gewisse Planungssicherheit. Denn der Ferkelerzeuger muss in den ersten Lebenswochen entscheiden, ob die Tiere kastriert werden sollen, oder nicht. Und auch der Mäster muss wissen, ob er später eine Absatzmöglichkeit hat (als Volleber oder immunokastriert), wenn er beispielsweise Eber kauft.

Weiterer Strukturwandel?

Unsere Ferkelerzeuger stehen zur Zeit vor einem riesengroßen Dilemma, denn sie müssen die Entscheidung treffen. Sie wissen zur Zeit nicht, egal was sie tun, ob sie später Ferkel erzeugt haben, die am Markt auch nachgefragt werden. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu anderen europäischen (v.a. dänischen und holländischen) Ferkelerzeugern, die weiterhin problemlos Kastrate (völlig losgelöst unter welchen Voraussetzungen diese kastriert wurden) liefern dürfen und werden.

Sehr geehrte Herren,

wir Ferkelerzeuger möchten weiterhin wettbewerbsfähig bleiben. Bitte sagen Sie uns, welches Verfahren Ihr Unternehmen bevorzugt, damit wir uns darauf einstellen können. Lassen Sie uns zeitnah in den Dialog treten und gemeinsam eine Lösung finden. Damit es auch in Zukunft noch ein 4 x D gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Nadine Henke

Offener Brief Ferkelkastration