Allgemein, Kommentar, Landwirtschaft, Tierrechtler

Was Trump kann, kann das Deutsche Tierschutzbüro schon lange

Das Deutsche Tierschutzbüro hat in einem Rinderschlachthof in Oldenburg Tierschutzverstöße aufgedeckt. Aktivisten haben dieses im September und Oktober 2018 mit versteckten Kameras in mehrere hundert Stunden Videomaterial dokumentiert und an das Deutsche Tierschutzbüro übergeben. Die Recherche-Ergebnisse wurden Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Oldenburg zusammen mit der Veterinärmedizinerin Dr. Claudia Preuß-Ueberschär und der Juristin Dr. Davina Bruhn vorgestellt.

Fachpresse unerwünscht

Zur Pressekonferenz wurde eingeladen – neben einer Meldung bei Presseportal wurden auch Einladungen verschickt, auch an den DLV beziehungsweise die Land & Forst. Eine Anmeldung war erforderlich, so dass sich auch die Vertreter von der Land & Forst höflich angemeldet haben. Nur die Pressekonferenz war, auch wenn man zunächst eingeladen wurde, offensichtlich nicht für jeden zugänglich – so erfolgte dann die telefonische Ausladung – dazu Ralf Stephan, Chefredakteur der Land & Forst:

 Nachdem wir uns höflich angemeldet hatten, klingelte das Telefon: Ihr kommt hier nicht rein. Natürlich kann jeder private Verein bestimmen, wen er wo dabei haben will. Aber wenn ich erst einlade und dann sortiere, kriegt es ein Geschmäckle. Erst recht, wenn ein Verein gemeinnützig sein möchte.

In Deutschland herrscht Pressefreiheit. Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht. Es ist die Freiheit, Tatsachen, Meinungen (Gedanken), Stellungnahmen und Wertungen durch jede Art von Druckerzeugnissen (z. B. Bücher, Zeitungen, Flugblätter) zu verbreiten. Sie wird durch Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG zusammen mit dem Recht der freien Berichterstattung durch Rundfunk und Film verfassungsrechtlich gewährleistet.

Pressefreiheit adé

Für uns ist es vollkommen unverständlich, dass das Deutsche Tierschutzbüro hier so agiert. Wenn sie einen Skandal aufdecken, der mit der Landwirtschaft zu tun hat, wäre es wichtig, auch die Landwirte in der Region zu informieren. Deswegen ist es absolut befremdlich, dass gerade die landwirtschaftliche Fachpresse von dieser Pressekonferenz ausgeschlossen wird. Ralf Stephan ist der Auffassung:

Mit der LAND & Forst hätte man fast 90 % der Landwirte in NDS erreicht. Die wären natürliche Verbündete, wenn es um tierschutzgerechten Umgang mit Schlachtvieh geht. Darum geht es Peifer aber gar nicht.

 

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Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Tierrechtler

Der Überbringer der schlechten Nachricht…

… wurde fälschlicherweise schon im alten Griechenland bestraft. Die Frage, die sich stellt ist, wann lernen wir endlich dazu, lassen das und machen uns auf den Weg, um nach Lösungen zu suchen?

Tierschutzkontrollen in den Betrieben

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen hinsichtlich der Häufigkeit von Tierschutzkontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben in einem Artikel aufgegriffen. Demnach finden in Niedersachsen rechnerisch in einem Betrieb nur alle 20 Jahre Kontrollen bezüglich Tierschutzgesetz durch das zuständige Veterinäramt statt, auf Bundesebene alle 17 Jahre.

Die Landwirte sind empört

Das Landvolk hat Zweifel an den Zahlen der Komtrolldichte. Auch in den sozialen Medien empören sich Landwirte – vor allem wird der Autor des Artikels auf seine Facebook Seite zum Teil wirklich auf unverschämte Art und Weise angegriffen. Nur warum sind die Landwirte empört? Und wie kommt es nun zu diesen Zahlen?

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

In Deutschland ist es Aufgabe des zuständigen Veterinäramtes, die Anforderungen im Bereich des Tierschutzes zu kontrollieren. Weitere Aufgaben des Veterinäramtes ist zum Beispiel die Lebendbeschau bei Schlachtgeflügel – diese findet bei jedem Durchgang kurz vor dem Verladen statt. Diese Überprüfung ist jedoch keine reine Tierschutzkontrolle und fällt nicht in die Anfrage. In schweinehaltenden Betrieben ist das Veterinäramt weiterhin für die Kontrollen nach Schweinehaltungshygiene-Verordnung zuständig. Aber auch diese Kontrollen sind keine expliziten Tierschutzkontrollen.

Neben den Kontrollen durch das zuständige Veterinäramt haben die Betriebe in Niedersachsen zum Beispiel noch Kontrollen durch das Laves, das Bauamt, durch die Landwirtschaftskammer oder Kontrollen von privaten Initiativen wie durch Q+S oder ITW o.ä.

Kontrollen sind immer unangenehm, aber…

Ich kann durchaus verstehen, dass Landwirte genervt sind, wenn die Forderung nach noch mehr Kontrollen aufploppt. Denn solche Kontrollen kosten jedes Mal Zeit und auch Nerven. Jede Kontrolle, egal durch welche Institution, ist unangenehm. Dennoch sollte sich die Landwirtschaft diesen Schuh nicht anziehen. Es ist kein Verschulden der Landwirtschaft, dass nicht ausreichend Kontrollen im Bereich Tierschutz durch das Veterinäramt statt finden.

Und wenn wir nicht wollen, dass Tierrechtsorganisationen als selbsternannte Stallpolizei auch weiterhin durch deutsche Gerichte freigesprochen werden, weil sie für die Gesellschaft eine wichtige Arbeit leisten, denn täten wir gut daran diesen Missstand nicht zu negieren. Wir sollten nicht den Überbringer der schlechten/unbequemen Nachricht ächten, sondern zu unserem eigenen Schütze mehr Kontrollen durch das Veterinäramt fordern.

Anfrage Bündnis 90/Die Grünen

NOZ Bericht

Stellungnahme des Landvolks

Meinung Dirk Fisser und Diskussion mit z.T. empörten Landwirten

Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung, Tierrechtler

Ich habe keine Lust mehr…

Gestern war der Tag des Emojis? Wo ist der Kotz Emoji?

Denn gestern machten mal wieder Bilder einer Sauenanlage, dieses Mal aus Brandenburg, den Weg durch die Medien. ARIWA hat mit versteckten Kameras dokumentiert, wie Ferkel illegal getötet werden.

Vielen Dank, liebe „Kollegen“ für diese Bilder. Vielen Dank, dass wir wieder einmal das Quälen von Ferkeln im Fernsehen sehen dürfen. Vielen Dank, dass Ihr damit wieder einmal uns Ferkelerzeuger alle schlecht dastehen lasst. Vielen Dank dafür, dass Ihr damit der Justiz einen Grund mehr gebt, Tierrechtler frei zu sprechen, die illegal in Ställen filmen. Vielen Dank dafür, dass Ihr unsere ganze transparente Arbeit mit Eurer schlecht practice innerhalb von ein paar Minuten zu Nichte macht. Vielen Dank dafür, dass wir nun wieder mit der Sorge leben müssen, dass unsere Kinder gefragt werden, ob ihre Eltern das ebenfalls so machen. VIELEN DANK!!!

Ich bin stinke sauer, denn es ist nicht so schwer zu verstehen, dass ein „Totschlagen“ von Ferkeln verboten ist. Ich bin es so leid, immer wieder diese Bilder im Fernsehen zu sehen. Ich bin es so leid, immer wieder diese Diskussionen führen zu müssen.

Liebe Kollegen – bitte macht Schulungen, die Euch zeigen, wann und wie die Nottötung von Ferkeln/Tieren zu erfolgen haben. Es reicht – das muss endlich aufhören!

Und P.S.: nein, wir machen das nicht so – wir haben mit unseren Mitarbeitern an Schulungen des BSI teilgenommen. Wir haben eine CO²-Box und falls diese mal außer Betrieb sein sollte, haben wir genügend Mitarbeiter im Stall, die sauber einen Kopfschlag und den anschließenden Kehlschnitt durchführen können. Es macht keiner von uns gerne – nur wenn wir ein Tier nottöten müssen, soll das auch schnell und möglichst schmerz- und stressfrei für das Tier erfolgen.

Hier ein paar Links dazu:

https://www.bild.de/video/clip/tierquaelerei/ferkel-erschlagen-animal-rights-watch-56350652.bild.html

https://www.mdr.de/brisant/schockierende-aufnahmen-schweinezuchtbetrieb-brandenburg-100.html

https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1669504/

 

Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung, Tierrechtler

Inkompetenz in drei Akten…

…oder es kann nicht sein, was nicht sein darf…

Letzte Woche hatte Klaus Alfs ein schon etwas älteres Video von uns und unserem Eber neu aufgepeppt und online gestellt:

Tierleid ohne Ende

1. Akt: die Kommentare

Im Video zu sehen, unser Eber. Nachdem dann sowohl viele Landwirte als auch der Bauernverband Schleswig-Holstein das Video geteilt hatten, kamen auch die ersten selbsternannten Tierrechtler mit ganz viel Meinung auf die Kommentar-Bühne. Sätze wie „die Tiere werden ja nie gekrault“ sind schon fast niedlich, wenn man sie unter ein Video schreibt, wo es um das Streicheln eines Tieres geht.

Besonders schön waren allerdings Kommentare, die ein „tumoröses Geschehen“ bzw. „tumoartige Wucherungen“ unter dem Bauch unseres Ebers erkannt haben wollten. Besonders hervor tat sich hier ein gewisser Peter Hübner. Er kämpft für die Rechte der Tiere. Auf seiner Facebook Seite titelte er:

2. Akt: die Aufklärung

Nun ja, was soll ich als Tierärztin dazu sagen. Ich habe ihn dann auf seiner Seite mehrfach daraufhin gewiesen, dass ich ihn beruhigen könne, der Eber hat keinen Tumor. Es ist letztlich nur der Penis des Tieres in der Vorhaut (bei Ebern ist diese durch eine Art Tasche sehr ausgeprägt, aber vollkommen normal). Zusätzlich dachte ich mir, ich beruhige die Menschen mit einem Video, wo ich unseren Eber und seinen Bauch noch einmal zeige:

Unser Eber und sein Bauch

Jetzt sehe ich heute, dass Gerati das Thema ebenfalls aufgenommen hat:

Gerati: Peter Hübner offenbart seine Inkompetenz

3. Akt: Löschung und Verschlimmbesserung

Und Herr Hübner hat seinen Eingangspost verändert. Die „tumorösen Wucherungen“ sind zu „Ausbuchtungen am ganzen Körper“ geworden – auch irgendwie süß. Meine Kommentare wurden gelöscht – warum, kann ich Euch nicht sagen.  Zudem hat er mich nun auf seiner Seite gesperrt, war ja absehbar.

Tierärzte – Tierschützer – Tierrechtler

Für mich zeigt es wieder einmal mehr, dass es einen riesigen Unterschied zwischen Tierärzten, Tierschützern und Tierrechtlern gibt. Denn Tierärzte sind kompetent, sie haben sich jahrelang während des Studiums intensiv mit dem Thema Tiere, Tierkrankheiten und auch Tierschutz beschäftigt. Tierschützer haben nicht zwangsläufig eine Ausbildung im Fachbereich Tierschutz, jedoch geht es ihnen um die Tiere, um eine Verbesserung im Bereich Tierschutz. Sie eigenen sich das Fachwissen an, was sie zur Umsetzung benötigen. Tierschützer wollen erreichen, dass Tiere in der Landwirtschaft, in Labors und anderswo nicht gequält werden, dass ihre Haltungsbedingungen verbessert und sie, wo nötig, schmerzfrei getötet werden. Die Tierrechtsbewegung grenzt sich von diesen Formen des Tierschutzes ab. Sie fordert vielmehr die Gleichberechtigung aller Tiere, wozu sie auch den Menschen zählt. Hier interessiert Fachwissen überhaupt nicht, es stört sogar eher. Tierrecht basiert auf einer selbst entwickelten Ideologie an der alles andere gemessen wird – hier sind Recht und Gesetz auch außen vor. Es geht einzig und allein um die Ideologie. Ich finde, wir haben hier ein schönes Beispiel, was diese Tatsache wunderbar untermauert.

Nun ja, ich frage mich derweil, ob es noch peinlicher werden kann…