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Liebe Medien – shame on you!

Und es hört nicht auf – der nächste Tierschutzskandal?

Und da ist es wieder passiert – diesmal im Allgäu: ein größerer Familienbetrieb soll sich nicht ausreichend um seine erkrankten Kühe gekümmert und nicht gesetzeskonform notgetötet haben. Ich möchte hier nun nichts zu den Bildern und zum Betrieb schreiben, da ich bislang weder die Bilder noch den Betrieb kenne. Und ich möchte auch gleich vorweg sagen, dass ich eine nicht korrekt durchgeführte Nottötung weder gutheißen kann noch will.

Familie an den Pranger

Nur dieses Mal gehen die Medien wieder einen Schritt weiter und für mich viel zu weit. In der Pressemitteilung des SWR heißt es:

Der Milchviehbetrieb XXX (in der Pressemitteilung wird er namentlich genannt) in Bad Grönenbach im Allgäu quält nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung sowie den ARD-Politikmagazinen REPORT MAINZ und Fakt seine Tiere.

Ich bin fassungslos – in der Pressemitteilung wird der Betrieb mit Namen und Wohnort genannt. Die Presse stellt die Familie öffentlich an den Pranger – eine Hexenjagd. Und ich frage mich unweigerlich – wie weit soll das Ganze noch gehen? Bis jemand durchdreht und es Tote gibt – sei es durch Suizid oder Mord? Mich macht das fassungslos! Wo ist unser Rechtsstaat bloß hingekommen? Gilt in Deutschland nicht mehr die „Unschuldsvermutung“? Ist es hier nicht einmal so gewesen, dass jemand, bis seine Schuld bewiesen wurde, unschuldig ist? Und hieß es nicht auch einmal „in dubio pro reo“? Lebten wir nicht einmal in einen Rechtsstaat?

Und ich frage mich – wo bleibt der Aufschrei?

Wo sind die Berufskollegen, wo unsere Verbände? Wer denkt an die Familie, an die Kinder bzw. Enkelkinder? Wer denkt daran, dass diese weiterhin in ihrem Dorf wohnen, leben, am Dorfleben teilnehmen? Wir diskutieren über Mobbing bei Bauernhofkindern und parallel sind Landwirtsfamilien in den Medien vogelfrei? Es macht mich unsagbar traurig und furchtbar wütend! Und ich habe Angst – ich habe Angst, dass in naher Zukunft etwas wirklich Schlimmes passieren könnte. Denn die ersten „Reaktionen“ in den sozialen Medien haben nicht lange auf sich warten lassen:

 

 

Im Zeitalter, wo Politiker ermordet werden, ist das Ganze für mich unbegreiflich. Hier wird eine widerliche Hexenjagd betrieben! Das muss aufhören!

Und nur, damit wir uns nicht missverstehen – tierschutzrelevante Vorfälle müssen schnellstens im Sinne der Tiere beseitigt werden – keine Frage. Landwirte und ihre Familien müssen in solchen Fällen nicht öffentlich an den Pranger gestellt werden – sie brauchen (unsere) Hilfe.

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Und niemand denkt an die Tiere…

Tierrechtsaktivisten stürmen Sauenstall in Holland

Eine Gruppe von rund 125 Tierrechtsaktivisten hat sich am Montag mit brachialer Gewalt Zutritt zu einem Sauenstall verschafft und diesen für rund 10 Stunden besetzt. Die Mitglieder der international agierenden Kampagne „Meat the Victims“ forderten die Freilassung der Tiere. Auf Videos und Bildern konnten wir verfolgen, wie sie sich auf den Gängen in den Abferkelställen, Warteställen und Ferkelaufzuchtställen verschanzten.

Mediale Aufmerksamkeit

Auch in Live-Videos kann man in den sozialen Medien ihre Aktion verfolgen. Ohne jegliches Unrechtsbewusstsein gehen diese Menschen in die Stallungen, dort von einem Abteil ins andere – als wäre das ihr gutes Recht und vollkommen selbstverständlich. Es werden Ferkel auf den Arm genommen, die Sauen flippen im Abferkelstall aus – ja, weil die „bösen bauern“ sie eingesperrt haben – NEIN, weil sie ihre Ferkel schützen wollen, die sich zwangsläufig für ein Foto für die mediale Aufmerksamkeit des Tierrechtlers schreiend auf dessen Arm befinden.

Tierschutz – Fehlanzeige

Niemanden aus diesen Gruppen geht es um Tierschutz – denn sich aktiv für Tierschutz einzusetzen erfordert vor allem Fachwissen – dieses fehlt hier jedoch vollkommen. Diese Menschen haben keine Ahnung, wie Schweine sich verhalten, sie wissen nichts über diese Tiere. Sie haben keine Idee, welche Gefahr sie Betrieb und Tiere aussetzen, wenn sie einfach so in die Ställe eindringen.

Die Tiere haben panische Angst, weil sie das einfach nicht kennen, dass dort so viele Menschen lauthals schreiend/sich unterhaltend in den Abteilen aufhalten, dass dort so viele Menschen sich schnell bewegend durch die Abteile irren. Diese Tiere haben massiv Stress, weil sie diese Aktion überhaupt nicht einordnen können. Ich möchte nicht wissen, wie viele Ferkel von den panischen Sauen im Abferkelstall erdrückt wurden, weil die Sauen so „durch den Wind“ waren.

Bildquelle: pigbusiness.nl

Solche Aktionen haben wirklich gar nichts mit Tierschutz zu tun – diese sind für unsere Tiere einfach nur purer Stress.

Tierrechtler tragen Verantwortung für die Tötung aller Tiere

Diese Aktivisten haben ohne mit der Wimper zu zucken den gesamten Betrieb, alle Tiere des Bestandes, in Gefahr gebracht – und das scheint ihnen für ihre mediale Aufmerksamkeit auch vollkommen egal zu sein. Es waren Aktivisten aus Holland, Belgien und Deutschland vor Ort. Aufgrund der Gefahr der Einschleppung einer Tierseuche (in Belgien gibt es zur Zeit etliche Fälle von afrikanischer Schweinepest) steht es im Raum, dass die niederländischen Behörden vorsorglich den gesamten Schweinebestand dieses Betriebes töten lassen.

Sehr geehrte Tierrechtler, das habt Ihr dann zu verantworten!

Ich finde es beschämend, dass diese Menschen sich überhaupt keine Gedanken über uns und unsere Tiere machen. Es geht ihnen nur um ihr eigenes kleines Ego – um die Aktion, um die mediale Aufmerksamkeit. Niemand von diesen Aktivisten denkt an die Tiere, an die Menschen, an die Familien hinter den Betrieben.

Liebe Kollegen – lasst uns zusammenhalten!

Richtig klasse fand/finde ich die Solidarität in den Niederlanden unter den Landwirten. Innerhalb kürzester Zeit sind viele Kollegen zum Betrieb gefahren, um sich solidarisch zu zeigen. Sie haben die Familie super unterstützt. Auch im Netz war der Zusammenhalt enorm – einfach richtig klasse!

Meine Gedanken sind, wie auch die vieler unserer Berufskollegen, bei der Familie des Betriebes. Diese wurden am Verlassen des Stalles gehindert und so quasi in Geiselhaft genommen. Es tut mir unendlich leid, was Ihr am Montag für ein Leid ertragen musstet. Wir stehen hinter Euch und werden Euch unterstützen, wo wir können. Wir hoffen inständig, dass Eure Tiere nicht getötet werden müssen. Falls es doch sein muss, werden wir ein Spendenkonto einrichten, damit Ihr möglichst schnell wieder Euren Betrieb aufbauen könnt.

Lasst uns zusammenstehen, auch grenzübergreifend!

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Berlin zur Internationalen Grünen Woche – das Spiel guter Bauer vs. böser Bauer

…und jeder möchte natürlich zu den „Guten“ gehören…

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit – die Internationale Grüne Woche 2019 öffnete in Berlin ihre Pforten, und das Gerangel um eine „gute“ Landwirtschaft ging in die nächste Runde.

Am Freitag trafen wir uns vor dem Brandenburger Tor. Wir waren dort mit zwei Schleppern mit Überladewagen und angehängter Pflanzenschutzspritze. Mit vielen Landwirten haben wir dargestellt, dass in Deutschland ein Landwirt mittlerweile 145 Menschen ernährt. Ich durfte eine Rede dazu halten, was mir eine große Ehre war. Neben vielen Fakten zu unserer hiesigen Landwirtschaft und der Versorgung mit Lebensmitteln, habe ich ein bisschen etwas über uns und unseren Betrieb erzählt:

Sie fragen sich, wer ist denn dieser Landwirt, der uns ernährt? Oder ist es die sogenannte
„Agrarindustrie“?

Nein, es sind Landwirtsfamilien – ungefähr 270.000 deutschlandweit. Es sind
Landwirtsfamilien wie meine Familie.

Ich komme aus Niedersachsen. Ich bin Tierärztin, mein Mann ist Landwirt. Zusammen
bewirtschaften wir in 4. Generation ein landwirtschaftliches Familienunternehmen. Wir
halten Sauen und beschäftigen 8 Mitarbeiter und drei Aushilfen. Und wir sind ein
Ausbildungsbetrieb.

Wir sind mit Herzblut Schweinehalter. Ackerbau liegt uns nicht. Deswegen arbeiten wir mit
anderen Betrieben in einer Kooperation, die sich auf den Anbau von Getreide spezialisiert
haben. Wir finden, dass wir so eine gute Lösung für uns gefunden haben, da wir uns
ausschließlich um unsere Tiere kümmern können.

Viele Menschen würden uns jedoch als „Massentierhalter“ beschimpfen. Wir sprechen da
ganz offen drüber – jedes Ferkel, das bei uns geboren wird, wird später ein Lebensmittel. Und
dennoch ist für uns jedes unserer Schweine ein Tier, was uns wichtig ist und um das wir uns
kümmern. Und auch wenn wir von Produktion sprechen, ist keines unserer Tiere für uns ein
Produkt, sondern ein Lebewesen, was wir achten.

Wir haben drei kleine Kinder. Der Kleine ist jetzt drei Jahre, unsere Mittlere 4 und der Große 6
Jahre alt.

Unsere drei Kinder gehen gerne mit uns in den Stall. Sie füttern die Tiere, kuscheln mit ihnen,
reiben die kleinen Ferkel nach der Geburt trocken und setzen sie zur Sau. Mir als Mutter geht
das Herz auf, wenn ich sehe, wie unsere Kinder mit unseren Tieren umgehen, wie sie ganz
natürlich mit ihnen aufwachsen – sie den Respekt vor ihnen lernen aber überhaupt keine
Angst haben.

Nur ich habe Angst. Ich habe Angst davor, dass unsere Kinder aufgrund unseres Betriebes
ausgegrenzt werden. Ich habe Angst davor, dass sie beschimpft werden, dass ihnen gesagt
wird, ihre Eltern seien „Umweltverschmutzer“, „Tierquäler“, „Massenmörder“ oder
„stinkende und schmutzige Menschen“.

Wir können das verhindern.

Lassen Sie uns reden – und zwar miteinander und nicht übereinander. Lassen Sie uns
aufeinander zugehen und uns kennenlernen.

Denn nur wenn wir miteinander reden, können wir lernen, die Sorgen und Ängste des
anderen zu verstehen. Deswegen – Dialog statt Protest!

Nach der Aktion kritisierte ein anwesender Landwirt meine Ansprache – wir seien ja bei unserer Größe kein „Familienbetrieb“ mehr. Etwas geknickt über eine solche Aussage von einem Landwirt bin ich irgendwie schon, muss ich gestehen. So habe ich mich jetzt in den letzten Tagen damit beschäftigt, was ist denn eigentlich ein sogenannter „Familienbetrieb“? Da muss es doch eine Definition geben.

Was ist ein „Familienbetrieb“

Also, ab mit dieser Frage in die Google-Suchmaschine – und schnell werde ich fündig: unter anderem bei Billomat:

Bei einem Familienbetrieb beherrschen Familienmitglieder eine Firma. Das bezieht sich auf die Eigentumsstruktur und die Leitung.

oder auch bei Onpulson ist Folgendes zu lesen:

Ein Familienbetrieb, auch als Familienunternehmen bezeichnet, ist ein zumeist kleines oder mittelständisches Unternehmen in Familienbesitz. Die Arbeitskraft von Familienmitgliedern spielt hier eine wichtige Rolle, da der Betrieb häufig innerhalb der Familie vererbt wird.

Familienunternehmen sind durch die Einheit von Eigentum und Leitung geprägt, zugleich liegt die Haftung bzw. das Risiko zumeist bei der Familie des Unternehmers.

Wir haben zwar Mitarbeiter, nur ich frage mich, ob das eine Begründung ist zu sagen, dass wir kein Familienbetrieb seien? Denn dann wäre jeder Handwerksbetrieb kein Familienbetrieb mehr. Ich finde diese Diskussion innerhalb der Landwirtschaft mehr als überflüssig und hoffe, dass dieses mit den oben genannten Definitionen nun endgültig geklärt ist.

Die Satthaber

Am Samstag war dann wieder Karneval in Berlin. In bunten Kostümen, auf Töpfen schlagend lief das besorgte Bildungsbürgertum durch die Stadt. Man hat es anscheinend satt, dass in Deutschland niemand mehr hungern muss. Dazu zum Beispiel die Welthungerhilfe via Twitter:

Es hat schon ein bisschen etwas Satirisches, wenn die Welthungerhilfe twittert, dass sie es satt haben. Letztlich stehen sie dort in einem der reichsten Länder weltweit auf der Straße, das zudem das sicherste Lebensmittelangebot überhaupt hat und demonstrieren für das Recht auf gute Lebensmittel? Ohne Worte.

Und vorab durften wir uns von Tierschutzbundchef Schröder darüber informieren lassen, dass diese Veranstaltung nicht bauernfeindlich sei – er sagt dazu in der TAZ:

Das ist keine Anti-Bauern-Demo, sondern eine bauernfreundliche Veranstaltung. Der Teilnehmerkreis geht quer durch die Gesellschaft. Da sind Tierschützer, Umweltschützer und Bauern und Verbraucher dabei. Der Deutsche Bauernverband sollte endlich verstehen, dass es diesen Gruppen bei „Wir haben es satt“ auch darum geht, die Zukunft des landwirtschaftlichen Raumes und damit des Berufsbildes zu sichern.

Lieber Herr Schröder, WIR fühlen uns diffamiert – wir Landwirtsfamilien.

Wir, die einen landwirtschaftlichen Familienbetriebe führen, empfinden diese Veranstaltung als Anti-Bauern-Demo. Und es mag ja sein, dass die dort Mitlaufenden der Meinung sind, dass wir zu blöd seien, um zu verstehen, dass das offensichtlich alles gar nicht so gemeint ist – nur vielleicht sollten die Menschen, die bei dieser Demo mitlaufen erst einmal verstehen, dass UNS, uns Landwirtsfamilien, diese Art der Demo bis ins Mark trifft und zu tiefst verletzt! Vielleicht sollte auch ein Herr Schröder mal mit uns reden anstatt über uns, um zu verstehen, warum wir uns von dieser Demo angegriffen fühlen.

Wir haben die Agrarindustrie satt – es lebe die Doppelmoral…

Mit großen Schleppern rollt der Protest durch Berlins Straßen – sie haben die „Agrarindustrie“ satt. Das finde ich schon immer etwas surreal – auf der einen Seite regen sie sich über die „Agrarindustrie“ auf, und dann fahren sie mit solchen Maschinen durch Berlin – konsequenterweise wäre Pferd/Ochse und Wagen da doch angebrachter. Nur dann würde sicherlich der angereiste Tierrechtler-Block auf die Barrikaden gehen. Hm, und was spricht gegen einen alten Lanz Bulldog? Ach ja, der bekäme vermutlich keine Feinstaubplakette – tja, dann muss halt die Doppelmoral herhalten. Auf Twitter habe ich dann übrigens erfahren, dass es hier kein Widerspruch vorhanden ist:

Naja. WIR haben Agrarindustrie aber auch nie über den Besitz v Schleppern definiert …

Aber wie gesagt: in meinen Augen hat der Besitz eines Schleppers nix m Agrarindustrie zu tun.

Da habe ich wieder etwas gelernt – man lernt ja nie aus.

…und die Widersprüche.

Und dann sind da noch weitere so offensichtliche Widersprüche in den Forderungen. Auf der Homepage von Wir-haben-es-satt ist zu lesen:

Wir sind die breite Bewegung für die Agrarwende, für den Umbau der Landwirtschaft, für Klimagerechtigkeit, für artgerechte Tierhaltung, für gerechten Handel, für viele Bauernhöfe, für gute Landwirtschaft und gutes Essen für alle.

Dazu war folgendes Transparent auf der Straße zu sehen:

 

Diese Forderung ist ja soweit okay, allerdings müsste mir das Bündnis einmal erklären, wie das mit der Forderung nach mehr „Klimagerechtigkeit“ zusammen geht? Und was ist eine „artgerechte“ Tierhaltung – gibt es außerhalb der Natur Artgerechtigkeit?

Fazit: the same procedure as last/every year 

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Was Trump kann, kann das Deutsche Tierschutzbüro schon lange

Das Deutsche Tierschutzbüro hat in einem Rinderschlachthof in Oldenburg Tierschutzverstöße aufgedeckt. Aktivisten haben dieses im September und Oktober 2018 mit versteckten Kameras in mehrere hundert Stunden Videomaterial dokumentiert und an das Deutsche Tierschutzbüro übergeben. Die Recherche-Ergebnisse wurden Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Oldenburg zusammen mit der Veterinärmedizinerin Dr. Claudia Preuß-Ueberschär und der Juristin Dr. Davina Bruhn vorgestellt.

Fachpresse unerwünscht

Zur Pressekonferenz wurde eingeladen – neben einer Meldung bei Presseportal wurden auch Einladungen verschickt, auch an den DLV beziehungsweise die Land & Forst. Eine Anmeldung war erforderlich, so dass sich auch die Vertreter von der Land & Forst höflich angemeldet haben. Nur die Pressekonferenz war, auch wenn man zunächst eingeladen wurde, offensichtlich nicht für jeden zugänglich – so erfolgte dann die telefonische Ausladung – dazu Ralf Stephan, Chefredakteur der Land & Forst:

 Nachdem wir uns höflich angemeldet hatten, klingelte das Telefon: Ihr kommt hier nicht rein. Natürlich kann jeder private Verein bestimmen, wen er wo dabei haben will. Aber wenn ich erst einlade und dann sortiere, kriegt es ein Geschmäckle. Erst recht, wenn ein Verein gemeinnützig sein möchte.

In Deutschland herrscht Pressefreiheit. Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht. Es ist die Freiheit, Tatsachen, Meinungen (Gedanken), Stellungnahmen und Wertungen durch jede Art von Druckerzeugnissen (z. B. Bücher, Zeitungen, Flugblätter) zu verbreiten. Sie wird durch Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG zusammen mit dem Recht der freien Berichterstattung durch Rundfunk und Film verfassungsrechtlich gewährleistet.

Pressefreiheit adé

Für uns ist es vollkommen unverständlich, dass das Deutsche Tierschutzbüro hier so agiert. Wenn sie einen Skandal aufdecken, der mit der Landwirtschaft zu tun hat, wäre es wichtig, auch die Landwirte in der Region zu informieren. Deswegen ist es absolut befremdlich, dass gerade die landwirtschaftliche Fachpresse von dieser Pressekonferenz ausgeschlossen wird. Ralf Stephan ist der Auffassung:

Mit der LAND & Forst hätte man fast 90 % der Landwirte in NDS erreicht. Die wären natürliche Verbündete, wenn es um tierschutzgerechten Umgang mit Schlachtvieh geht. Darum geht es Peifer aber gar nicht.

 

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Der Überbringer der schlechten Nachricht…

… wurde fälschlicherweise schon im alten Griechenland bestraft. Die Frage, die sich stellt ist, wann lernen wir endlich dazu, lassen das und machen uns auf den Weg, um nach Lösungen zu suchen?

Tierschutzkontrollen in den Betrieben

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen hinsichtlich der Häufigkeit von Tierschutzkontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben in einem Artikel aufgegriffen. Demnach finden in Niedersachsen rechnerisch in einem Betrieb nur alle 20 Jahre Kontrollen bezüglich Tierschutzgesetz durch das zuständige Veterinäramt statt, auf Bundesebene alle 17 Jahre.

Die Landwirte sind empört

Das Landvolk hat Zweifel an den Zahlen der Komtrolldichte. Auch in den sozialen Medien empören sich Landwirte – vor allem wird der Autor des Artikels auf seine Facebook Seite zum Teil wirklich auf unverschämte Art und Weise angegriffen. Nur warum sind die Landwirte empört? Und wie kommt es nun zu diesen Zahlen?

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

In Deutschland ist es Aufgabe des zuständigen Veterinäramtes, die Anforderungen im Bereich des Tierschutzes zu kontrollieren. Weitere Aufgaben des Veterinäramtes ist zum Beispiel die Lebendbeschau bei Schlachtgeflügel – diese findet bei jedem Durchgang kurz vor dem Verladen statt. Diese Überprüfung ist jedoch keine reine Tierschutzkontrolle und fällt nicht in die Anfrage. In schweinehaltenden Betrieben ist das Veterinäramt weiterhin für die Kontrollen nach Schweinehaltungshygiene-Verordnung zuständig. Aber auch diese Kontrollen sind keine expliziten Tierschutzkontrollen.

Neben den Kontrollen durch das zuständige Veterinäramt haben die Betriebe in Niedersachsen zum Beispiel noch Kontrollen durch das Laves, das Bauamt, durch die Landwirtschaftskammer oder Kontrollen von privaten Initiativen wie durch Q+S oder ITW o.ä.

Kontrollen sind immer unangenehm, aber…

Ich kann durchaus verstehen, dass Landwirte genervt sind, wenn die Forderung nach noch mehr Kontrollen aufploppt. Denn solche Kontrollen kosten jedes Mal Zeit und auch Nerven. Jede Kontrolle, egal durch welche Institution, ist unangenehm. Dennoch sollte sich die Landwirtschaft diesen Schuh nicht anziehen. Es ist kein Verschulden der Landwirtschaft, dass nicht ausreichend Kontrollen im Bereich Tierschutz durch das Veterinäramt statt finden.

Und wenn wir nicht wollen, dass Tierrechtsorganisationen als selbsternannte Stallpolizei auch weiterhin durch deutsche Gerichte freigesprochen werden, weil sie für die Gesellschaft eine wichtige Arbeit leisten, denn täten wir gut daran diesen Missstand nicht zu negieren. Wir sollten nicht den Überbringer der schlechten/unbequemen Nachricht ächten, sondern zu unserem eigenen Schütze mehr Kontrollen durch das Veterinäramt fordern.

Anfrage Bündnis 90/Die Grünen

NOZ Bericht

Stellungnahme des Landvolks

Meinung Dirk Fisser und Diskussion mit z.T. empörten Landwirten

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Ich habe keine Lust mehr…

Gestern war der Tag des Emojis? Wo ist der Kotz Emoji?

Denn gestern machten mal wieder Bilder einer Sauenanlage, dieses Mal aus Brandenburg, den Weg durch die Medien. ARIWA hat mit versteckten Kameras dokumentiert, wie Ferkel illegal getötet werden.

Vielen Dank, liebe „Kollegen“ für diese Bilder. Vielen Dank, dass wir wieder einmal das Quälen von Ferkeln im Fernsehen sehen dürfen. Vielen Dank, dass Ihr damit wieder einmal uns Ferkelerzeuger alle schlecht dastehen lasst. Vielen Dank dafür, dass Ihr damit der Justiz einen Grund mehr gebt, Tierrechtler frei zu sprechen, die illegal in Ställen filmen. Vielen Dank dafür, dass Ihr unsere ganze transparente Arbeit mit Eurer schlecht practice innerhalb von ein paar Minuten zu Nichte macht. Vielen Dank dafür, dass wir nun wieder mit der Sorge leben müssen, dass unsere Kinder gefragt werden, ob ihre Eltern das ebenfalls so machen. VIELEN DANK!!!

Ich bin stinke sauer, denn es ist nicht so schwer zu verstehen, dass ein „Totschlagen“ von Ferkeln verboten ist. Ich bin es so leid, immer wieder diese Bilder im Fernsehen zu sehen. Ich bin es so leid, immer wieder diese Diskussionen führen zu müssen.

Liebe Kollegen – bitte macht Schulungen, die Euch zeigen, wann und wie die Nottötung von Ferkeln/Tieren zu erfolgen haben. Es reicht – das muss endlich aufhören!

Und P.S.: nein, wir machen das nicht so – wir haben mit unseren Mitarbeitern an Schulungen des BSI teilgenommen. Wir haben eine CO²-Box und falls diese mal außer Betrieb sein sollte, haben wir genügend Mitarbeiter im Stall, die sauber einen Kopfschlag und den anschließenden Kehlschnitt durchführen können. Es macht keiner von uns gerne – nur wenn wir ein Tier nottöten müssen, soll das auch schnell und möglichst schmerz- und stressfrei für das Tier erfolgen.

Hier ein paar Links dazu:

https://www.bild.de/video/clip/tierquaelerei/ferkel-erschlagen-animal-rights-watch-56350652.bild.html

https://www.mdr.de/brisant/schockierende-aufnahmen-schweinezuchtbetrieb-brandenburg-100.html

https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1669504/

 

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Inkompetenz in drei Akten…

…oder es kann nicht sein, was nicht sein darf…

Letzte Woche hatte Klaus Alfs ein schon etwas älteres Video von uns und unserem Eber neu aufgepeppt und online gestellt:

Tierleid ohne Ende

1. Akt: die Kommentare

Im Video zu sehen, unser Eber. Nachdem dann sowohl viele Landwirte als auch der Bauernverband Schleswig-Holstein das Video geteilt hatten, kamen auch die ersten selbsternannten Tierrechtler mit ganz viel Meinung auf die Kommentar-Bühne. Sätze wie „die Tiere werden ja nie gekrault“ sind schon fast niedlich, wenn man sie unter ein Video schreibt, wo es um das Streicheln eines Tieres geht.

Besonders schön waren allerdings Kommentare, die ein „tumoröses Geschehen“ bzw. „tumoartige Wucherungen“ unter dem Bauch unseres Ebers erkannt haben wollten. Besonders hervor tat sich hier ein gewisser Peter Hübner. Er kämpft für die Rechte der Tiere. Auf seiner Facebook Seite titelte er:

2. Akt: die Aufklärung

Nun ja, was soll ich als Tierärztin dazu sagen. Ich habe ihn dann auf seiner Seite mehrfach daraufhin gewiesen, dass ich ihn beruhigen könne, der Eber hat keinen Tumor. Es ist letztlich nur der Penis des Tieres in der Vorhaut (bei Ebern ist diese durch eine Art Tasche sehr ausgeprägt, aber vollkommen normal). Zusätzlich dachte ich mir, ich beruhige die Menschen mit einem Video, wo ich unseren Eber und seinen Bauch noch einmal zeige:

Unser Eber und sein Bauch

Jetzt sehe ich heute, dass Gerati das Thema ebenfalls aufgenommen hat:

Gerati: Peter Hübner offenbart seine Inkompetenz

3. Akt: Löschung und Verschlimmbesserung

Und Herr Hübner hat seinen Eingangspost verändert. Die „tumorösen Wucherungen“ sind zu „Ausbuchtungen am ganzen Körper“ geworden – auch irgendwie süß. Meine Kommentare wurden gelöscht – warum, kann ich Euch nicht sagen.  Zudem hat er mich nun auf seiner Seite gesperrt, war ja absehbar.

Tierärzte – Tierschützer – Tierrechtler

Für mich zeigt es wieder einmal mehr, dass es einen riesigen Unterschied zwischen Tierärzten, Tierschützern und Tierrechtlern gibt. Denn Tierärzte sind kompetent, sie haben sich jahrelang während des Studiums intensiv mit dem Thema Tiere, Tierkrankheiten und auch Tierschutz beschäftigt. Tierschützer haben nicht zwangsläufig eine Ausbildung im Fachbereich Tierschutz, jedoch geht es ihnen um die Tiere, um eine Verbesserung im Bereich Tierschutz. Sie eigenen sich das Fachwissen an, was sie zur Umsetzung benötigen. Tierschützer wollen erreichen, dass Tiere in der Landwirtschaft, in Labors und anderswo nicht gequält werden, dass ihre Haltungsbedingungen verbessert und sie, wo nötig, schmerzfrei getötet werden. Die Tierrechtsbewegung grenzt sich von diesen Formen des Tierschutzes ab. Sie fordert vielmehr die Gleichberechtigung aller Tiere, wozu sie auch den Menschen zählt. Hier interessiert Fachwissen überhaupt nicht, es stört sogar eher. Tierrecht basiert auf einer selbst entwickelten Ideologie an der alles andere gemessen wird – hier sind Recht und Gesetz auch außen vor. Es geht einzig und allein um die Ideologie. Ich finde, wir haben hier ein schönes Beispiel, was diese Tatsache wunderbar untermauert.

Nun ja, ich frage mich derweil, ob es noch peinlicher werden kann…