Allgemein, Bauern, Ernährung, Kuhmilch, Landwirtschaft, Markt, regional, Schweinehaltung

Bruchhausen-Vilsen – regional dicht an Schleswig-Holstein

Da steht man in Bruchhausen-Vilsen im REWE und zack, da hat man das Bundesland verlassen…

Wir waren einkaufen – neugierig stöbern wir durch unseren örtlichen REWE. Wir gehen hier gerne einkaufen, weil wir hier durchaus fündig werden, wenn es um regionale Produkte geht.

Käse, Milch, und vieles mehr von hier

Unser REWE legt wert auf Regionalität. Das finden wir toll. So verkaufen sie beispielsweise den köstlichen Käse von Hof Bünkemühle. Direkt im Laden befindet sich eine „Milchtankstelle“ vom Milchhof Troue, wo man sich die frische Weidemilch selber abfüllen kann. Außerdem wird dem Kunden in der Kühltheke eine Vielzahl leckerer Produkte der Asendorfer Molkerei angeboten.

Und auch bei den Eiern, Obst und Gemüse hat der Kunde die Möglichkeit Produkte von regionalen Bauern zu kaufen. Selbst die Chips für einen gemütlichen Abend sind aus der Region – denn wir haben hier bei uns die Produktion der Krossen Kerle mehr oder weniger „umme Ecke“.Das ist richtig klasse.

Und das Fleisch?

Auch beim Fleisch wirbt unser REWE mit Regionalität – soweit so gut. Ich meine, wir haben hier in der Gegend ja auch eine Vielzahl landwirtschaftlicher Betriebe mit Schweinehaltung. Und mit der Schlachterei Pleus auch durchaus einen Schlachthof, der kurze Transportwege garantieren kann.

Jedoch bietet unser REWE uns regionales Schweinefleisch aus Schleswig-Holstein an:

Wir fragen uns, lieber REWE, warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah?

Wir sind davon überzeugt, dass die Kollegen in Schleswig-Holstein einen guten Job machen und qualitativ hochwertiges Schweinefleisch erzeugen. Und sicher ist Schleswig-Holstein für uns hier näher als beispielsweise Bayern.

Besser – weil’s von hier ist

Aber mal ehrlich – von „HIER“? Wir haben alleine in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen so viele Schweine wirklich direkt von hier (geboren, aufgezogen und gemästet innerhalb der Samtgemeinde, geschlachtet in Niedersachsen), die wir bei bestem Willen nicht alle aufessen können.

Lieber REWE, frag doch mal uns Landwirte vor Ort! Wir garantieren Regionalität!

Fazit

Nicht überall, wo „regional“ draufsteht, ist auch „regional“ drin.

 

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Allgemein, Initiative Tierwohl, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Unangekündigtes Audit für die Initiative Tierwohl

Gestern war Mittwoch, dass heißt Absetztag. Wir fangen pünktlich um sechs Uhr an: füttern, Kot schieben, Wasser geben, Ferkel versorgen, usw. – halt alles, was wir jeden morgen machen. Und dann ist heute noch Absetzen: nach der ersten Versorgung der Tiere heißt es zunächst alle 60 Sauen der Absetzgruppe aus dem Abferkelstall holen und ins Deckzentrum bringen.

Danach werden die Ferkel aus den Buchten geholt und zunächst auf dem Zentralgang „geparkt“. Sie werden nun nach Geschlecht sortiert. Beim Einsetzen der Ohrmarken ziehen wir den kleinen Sauen die Ohrmarke in das rechte Ohr ein, und die kleinen Eber bekommen ihre Ohrmarke links. Jetzt beim Absetzen können wir so schnell die Ferkel sortieren: die Eber mit der Kennzeichnung im linken Ohr werden rausgefangen, die kleinen Sauen in die nächste Bucht getrieben. Damit das Ganze einigermaßen zügig geht, sind bei uns alle beim Absetzen mit eingebunden.

Es klingelt am Tor

Und dann klingelt es plötzlich am Tor: „Ich komme von der Firma SGS und möchte einmal die Anforderungen der Initiative Tierwohl bei Ihnen prüfen.“ Na prima, das hat uns ja heute noch gerade gefehlt…

Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn er in zwei Stunden wiedergekommen wäre, weil dann schon die Ferkel vom Zentralgang verschwunden und im Ferkelstall gewesen wären, und wir auch schon das Frühstück fertig gehabt hätten. Nur unangekündigt heißt halt auch unangekündigt.

In unsere Teilnahmeerklärung haben wir unterschrieben, dass wir jederzeit angemeldete und unangemeldete Audits durch die von der Trägergesellschaft zugelassenen
Zertifizierungsstellen, Mitarbeiter der Trägergesellschaft oder von der Trägergesellschaft beauftragte Personen auf meinem Betrieb zulassen und die erforderlichen Prüfungen sowie Einsicht in die erforderlichen Dokumente gewähren.

Das Audit

Nach dem Reinduschen (ja, auch der Auditor muss bei uns „schweinefrei“ sein und duschen) geht’s in den Stall. Wir gehen mit ihm alle Teile des Stalles durch – er schaut sich unsere Tiere und unseren Stall an: der Auditor achtet auf die Tiergesundheit, die Tränken, die Belegdichte, die Aufstallung und natürlich auf die Einhaltung der angegebenen Tierwohlkriterien.

Wir haben für unseren Betrieb in der aktuellen Tierwohlrunde folgende Kriterien ausgewählt:

  • 10% mehr Platzangebot in der Gruppenhaltung als Pflichtanforderung
  • ständiger Zugang zu Raufutter in der Gruppenhaltung
  • Bereitstellung von organischem Nestbaumaterial
  • Scheuermöglichkeiten in der Gruppenhaltung
  • Saufen aus der offenen Tränke in der Gruppenhaltung und im Abferkelbereich

Für diese Zusatzleistungen bekommen wir 2,80€ pro abgesetztem Ferkel. Das ist durchaus viel Geld, jedoch wurde diese Leistung in diesem Jahr gekürzt, beziehungsweise wurden die Kriterien angepasst. Letztlich gibt es nun eine geringere Auswahl an Wahlkriterien und der maximale Beitrag pro Ferkel wurde somit auch begrenzt.

In der ersten Tierwohlrunde konnten wir noch mehr Wahlkriterien angeben und haben diese auch vergütet bekommen:

  • zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial
  • vierwöchige Säugezeit
  • Wühlerde für die Ferkel in der Abferkelbucht

Nun war für uns die Frage, was machen wir nach der Beendigung der ersten Runde? Streichen wir unseren Tieren die Tierwohlkriterien, die wir nun nicht mehr bezahlt bekommen?

Tierwohl für unsere Tiere, nicht ausschließlich für die ITW

Wir haben uns natürlich dafür entschieden, unseren Tieren weiterhin diese Dinge zur Verfügung zu stellen. Denn auch in der jetzigen Phase bekommen wir nicht alles bezahlt – die 2,80€ sind mit den ersten beiden der oben genannten Kriterien schon erreicht. Für die zusätzlichen Kriterien würden wir „eigentlich“ noch 0,30€ mehr bekommen – und in der ersten Runde bekamen wir noch über 5,-€ pro Ferkel. Dennoch halten wir an unseren „Wahlkriterien“ fest. Denn wir haben diese Dinge schon vor der Initiative Tierwohl für unsere Tiere gemacht und gesehen, dass es einen wirklichen Mehrwert für die Tiere bringt. Uns ist es wichtig, dass es unseren Tieren gut geht.

Wir finden es gut, dass es die Initiative Tierwohl gibt, und dass es über diesen Weg eine finanzielle Entschädigung für ein Mehr an Tierwohl gibt. Ich muss jedoch ganz ehrlich gestehen, dass ich es traurig finde, dass nun in der zweiten Runde diese Gelder pro Betrieb schon wieder gekürzt wurden – denn so standen auch andere Tierhalter vor der Entscheidung, die nicht finanziell ausgeglichenen Tierwohlkriterien weiter umzusetzen oder wieder einzustellen – und bei der derzeitigen finanziellen Lage der Ferkelerzeuger kann ich jeden verstehen, der sich dafür entschieden hat, das wieder zurückzufahren.

Und letzten Endes ist es auch hier wieder so, dass die Landwirte, die wie wir da weiter dran festhalten, auf den Mehrkosten für ein Mehr an Tierwohl sitzen bleiben, da eben offensichtlich niemand bereit ist, dieses auf Dauer zu bezahlen.

Unangekündigtes Audit – noch schnell alles in Ordnung bringen?

Lasst mich noch schnell ein paar Dinge zum Audit an sich sagen. Es wird häufig den Tierhaltern/Behörden/Kontrollinstanzen vorgeworfen, dass solche Audits/Überprüfungen immer angekündigt stattfinden. Ihr seht, das ist mit Nichten der Fall. Und trotz dessen, dass unser Prüfer zunächst durch die Dusche musste, ist es für uns nicht möglich, all diese Anforderungen noch schnell in 5 Minuten zu erfüllen – soll heißen: wir arbeiten so, dass wir diese Kriterien zu jeder Zeit erfüllen können. Wir schaffen es nun mal bei bestem Willen nicht, innerhalb von ein paar Minuten, den kompletten Betrieb einmal auf „links zu ziehen“. Deswegen ist es für mich so wichtig, dass wir Kriterien für uns ausgewählt haben, die wir auch „leben“, d.h. wo wir wissen, dass sie ein Mehr an Tierwohl für unsere Tiere darstellen, und wir sie deswegen auch gerne erfüllen.

Dennoch ist es auch so, dass solche „Spotaudits“ manchmal wirklich nerven – denn auch wir sitzen nicht den ganzen Tag im Stall rum und warten darauf, dass ein Prüfer für ein Audit zu uns kommt. Und es gibt halt Tage wie heute, wenn Absetztag ist, wo das echt doof ist. Nur hier ist auch noch ein großer Unterschied, was für ein Audit/eine Überprüfung stattfindet. Das heutige Tierwohlaudit war zeitlich recht schnell erledigt – wenn jedoch eine Überprüfung mal schnell ein paar Stunden in Anspruch nimmt, ist es einfach schöner, wenn dieser Termin abgesprochen bzw. angekündigt ist. Und dabei geht es nicht darum, dass wir diese Zeit brauchen, um unseren Stall in Ordnung zu bringen, sondern dass dann die Zeit einfach da ist, die eine solche Kontrolle in Anspruch nimmt, ohne dass die Versorgung unserer Tiere darunter leidet.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: wir haben das Audit bestanden.

Allgemein, Ferkelkastration, Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung

Wem nützt die Pressemitteilung zu Isoflurangeräten der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau?

Die Diskussionen um die Ferkelkastration unter Betäubung gehen weiter. Jetzt hat sich ebenfalls unsere Berufsgenossenschaft eingeschaltet. In einer Pressemitteilung heißt es, dass sich der Präventionsausschuss in einem Zwischenbericht kritisch hinsichtlich des Anwenderschutzes bei der Isofluran Inhalationsnarkose geäußert hat. Dazu ist heute bei Top Agrar online zu lesen:

Man sehe daher weiteren Forschungs-, Untersuchungs- und Entwicklungsbedarf.

Ein entsprechender Zwischenbericht der SVLFG liegt nach deren Angaben dem Bundeslandwirtschaftsministerium vor.

Wir hatten die Pressemitteilung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (kurz SVLFG) bereits am Freitag gelesen und daraufhin unsere Berufsgenossenschaft telefonisch kontaktiert. Am Telefon konnte man uns nicht weiterhelfen und bat uns stattdessen um eine E-Mail.

Viele offene Fragen…

Gesagt getan – wir schrieben der SVLFG eine Mail. Wir gaben an, dass wir Ferkelerzeuger sind und großes Interesse an einer Betäubung mittels Isofluran bei der Ferkelkastration haben. Deshalb interessiert es uns, mit welchen Geräten gearbeitet und welche Mängel festgestellt wurden. Und ob aufgrund der Messungen die SVLFG uns ein Gerät empfehlen kann. Zusätzlich wollten wir wissen, was wir beim Arbeiten mit Isofluran bzw. dem Gerät beachten sollten.

…(k)eine Antworten…

In der ersten Antwortmail heißt es:

Es wurden von der SVLFG Isofluran-Messungen an Narkosegeräten von zwei verschiedenen Herstellern durchgeführt. Hieraus ergab sich, dass beide Hersteller der Narkosegeräte nachbessern müssen. Dies haben wir den Herstellern mitgeteilt. Wir gehen davon aus, dass die Hersteller dann in der Lage sind, die Nachbesserungen vorzunehmen.

Wir hakten noch einmal nach:

Vielleicht haben wir uns missverständlich ausgedrückt. Ihre Antwort hilft uns leider in keinster Weise weiter. Nach unseren Informationen gibt es zur Zeit zwei Anbieter aus der Schweiz und die Firma Schippers, die recht neu auf dem Markt ist. Welche Geräte, von welchen Herstellern und mit welchem Baujahr sind getestet worden, und welche Schwachpunkte sehen Sie genau bei den einzelnen Geräten?

Auch darauf (k)eine Antwort:

Aus datenschutzrechtlichen Gründen gegenüber den Herstellern können wir Ihnen leider nicht mitteilen, welche Hersteller wir beraten haben. Aus Datenschutzgründen können wir kein Gerät empfehlen. Wir beobachten den Markt und führen weitere Messungen durch.

…und die Hersteller?

Wir telefonieren mit einem der Hersteller. Offensichtlich wurde deren Gerät getestet. Sie wurden telefonisch von der SVLFG kontaktiert. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass das Gerät im Test war und ihnen wurde Unterstützung bei der Weiterentwicklung angeboten. Allerdings erhielten sie weder einen Zwischenbericht noch eine Mängelliste geschweige denn eine Auflistung von Korrekturmaßnahmen – kurz gesagt, es gab keine Informationen für den Hersteller.

Unser Fazit

Wir fragen uns, wozu macht die SVLFG diese Messungen, wenn sie weder den Herstellern noch uns als Versicherte die Ergebnisse mitteilen? Um auf unsere Eingangs gestellte Frage zurückzukommen – so nützt die Pressemitteilung eigentlich niemandem: den Herstellern nicht und uns als Versicherte nicht. Die Geräte sind im Verkauf, und es gibt letztlich keinerlei Informationen. Wir sind enttäuscht. Für uns sieht eine konstruktive Zusammenarbeit einfach anders aus. Die Eingangsfrage bleibt unbeantwortet: wem nützt das?

Ferkelkastration, Landwirtschaft, Markt, Politik, Schweinehaltung

Offener Brief an QS zum Thema Ferkelkastration

Sehr geehrter Herr Dr. Nienhoff,

seit der Düsseldorfer Erklärung verfolgen wir die Debatte um das Thema der betäubungslosen Ferkelkastration. Nun ist es Herbst 2018, der Ausstieg steht zum 01.01.2019 bevor, und es sind immer noch keine flächendeckenden Lösungen gefunden. Die Bundesländer lehnten im Bundesrat eine Fristverlängerung ab, das hat die Branche geschockt. Nun arbeitet die Bundesregierung an einem Gesetzesentwurf, der eventuell noch eine Verlängerung der Frist bringen könnte.

Am 13.03.2017 hat der Fachbeirat Rind und Schwein richtig erkannt, dass es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen wird, wenn im Ausland nach niedrigeren Tierschutzstandards kastriert werden kann und dann die Tiere bzw. das Fleisch nach Deutschland importiert und mit QS-Siegel verkauft werden dürfen. In Ihrer Pressemitteilung heißt es dazu korrekterweise:

Um einer zu erwartenden Wettbewerbsverzerrung entgegen zu wirken, hat der QS-Fachbeirat Rind und Schwein die QS-Anforderungen schon jetzt klargestellt. Demnach gelten ab dem 1. Januar 2019 für alle QS-Teilnehmer – im In- und Ausland – die Vorgaben des deutschen Tierschutzgesetzes zur betäubungslosen Ferkelkastration.

Besonders wichtig ist, dass diese Vorgaben auch für Tiere und Fleisch gelten, die aus dem Ausland über die Anerkennung anderer Standards in das QS-System geliefert und vermarktet werden. Darüber hinaus geht es nicht allein um die Tiere, sondern auch um Mastschweine und Schweinefleisch, das von Ferkeln stammt, die chirurgisch kastriert sind. Der Beschluss hat also sowohl Gültigkeit für die Landwirtschaft als auch für alle nachgelagerten Produktions- und Vermarktungsstufen.

 

Auch in der Pressemitteilung zum Positionspapier vom 19.04.2018 heißt es noch:

Die gesetzlichen Voraussetzungen für die eingesetzten Methoden werden sich in den Herkunftsländern auch zukünftig unterscheiden. QS wird allerdings Alternativverfahren nur akzeptieren, die der Vorgabe Betäubung oder Schmerzausschaltung gerecht werden. Für Lieferanten ins QS-System wird der Grundsatz der Gleichbehandlung gelten, erläutert Nienhoff. Das heißt: Auch Sauenhalter im Ausland, die ihre Tiere an Schweinemäster im QS-System liefern, müssen ab 2019 die Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes erfüllen. Außerdem dürfen im QS-System Schweinefleisch und Schlachtschweine auch aus dem Ausland nur dann vermarktet werden, wenn auch die Ferkel, die ab 2019 geboren werden und chirurgisch kastriert werden, nach den Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes behandelt wurden.

Entsetzt hat uns diesbezüglich die Kehrtwende von QS hinsichtlich des Imports von Ferkeln, die mittels CO²-Narkose bzw. Lokalanästhesie kastriert wurden. Bei agrarheute heißt es dazu am 17.07.2018:

QS könne nicht die nationalen Unterschiede in den Verfahren ausgleichen und deshalb auch nicht ein Verfahren, das im Ausland zugelassen sei, aber in Deutschland nicht, ausschließen. Die Verfahren, die im Ausland rechtlich zugelassen sind, dürfen bei Tieren, die in das QS-System eingeführt werden, auch angewandt werden.

QS könne nicht geradebiegen, was die Politik vermasselt habe. Abgesehen davon würden wohl viele deutsche Mäster protestieren, wenn plötzlich keine Ferkel mehr aus Dänemark oder Niederlande nach Deutschland importiert werden dürften.

 

Wir stellen uns nun die Frage, wann und vor allem aus welchem Grund QS hier die klare Haltung in den vorherigen Pressemitteilungen aufgegeben hat?

 

Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Nadine & Heinrich Henke
Brokser Sauen

Allgemein, Ferkelkastration, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Kastrieren unter lokaler Betäubung – (wie) geht das?

„Männliche Ferkel kastrieren mit Betäubung“, so titelte „Unser Land“ am 12.10.2018 um 19.00 Uhr im BR.

In der Mediathek heißt es dazu weiter:

Ferkel kastrieren ohne Schmerzausschaltung ist ab 1. Januar 2019 verboten. Was dann? Die Mehrheit der Bauern plädiert für den sogenannten 4. Weg: eine lokale Betäubung mit dem Anästhetikum Procain. Das Problem: Procain ist für den Einsatz bei Tieren, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, noch nicht zugelassen. Außerdem ist fraglich, ob damit wirklich eine Schmerzausschaltung garantiert ist.

Tatsächlich hat der Wirkstoff „Procain“ schon lange eine Zulassung und ist zur Zeit das einzige zugelassene Lokalanästhetikum für lebensmittelliefernde Tiere. Das Präparat „Isocain“ ist bereits seit dem 08.10.2008 für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde zugelassen.

Nun aber zum Film an sich:

Herr Dr. Randt vom Tiergesundheitsdienst Bayern (TGD) propagiert die Lokalanästhesie als seit Jahrzehnten bewährte Methode, sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Recht hat er, die Lokalanästhesie ist eine gute und bewährte Methode für viele kleinere und größere Eingriffe. Nur ob die Kastration von männlichen Ferkeln auch dazuzählt, mag ich hier bislang nicht eindeutig mit „ja“ beantworten.

Umsetzbarkeit im Betrieb

Ich halte die Umsetzbarkeit im Betrieb für sehr schwierig bis nicht erfüllbar, und das möchte ich Euch anhand des Filmes verdeutlichen – deshalb schaut Euch doch bitte zuerst den Film an:

„Männlicher Ferkel – kastrieren mit Betäubung“

Dr. Lisa Louis (wir haben übrigens in Hannover zusammen studiert) möchte in einem „Praxistest“ die vermeintliche Wirksamkeit der Lokalanästhesie unter Praxisbedingungen zeigen. Bereits die Injektionstechnik verwundert allerdings. Das Präparat darf nicht in die Blutbahn, da es sonst zu Herzrhythmusstörungen bis hin zu Kammerflimmern kommen kann. Deswegen wird in der Packungsbeilage darauf hingewiesen, dass eine korrekte Platzierung der Kanüle durch Aspirieren (kurzes Aufziehen der Spritze nach dem Einstechen und gucken, ob Blut kommt) sicher zu stellen ist. Wie in dem Video zu sehen ist, verabreicht die Tierärztin das Präparat mit einer Multidosierspritze mit aufgesetzter Arzneiflasche. Mit dieser Injektionstechnik ist es allerdings unmöglich, die korrekte Platzierung der Kanüle zu überprüfen.

Bei der Dosierung wird beim rechten Hoden 1,5 Mal abgedrückt, beim linken Hoden zweimal. Wie die Dosierung insgesamt ist – 1,5-2 ml, weiß man nicht. In der Packungsbeilage vom Isocain ist zu lesen, dass eine Überdosierung zu vermeiden ist:

Da Überdosierungen und intravasale Injektionen mit einem hohen Risiko für zentrale und kardiale Effekte (konzentrationsabhängig zentrale Erregung bzw. Depression, Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern) verbunden sind, ist auf genaue Dosierung und sorgfältige Injektionstechnik zu achten.

Obendrein läuft ein großer Teil der Injektion sofort wieder heraus – von einer präzisen Dosierung kann hier keine Rede sein. Der Produktinformation des Herstellers zu Isocain ist jedoch zu entnehmen:

Die Gesamtdosis soll 5 mg Procainhydrochlorid pro kg Körpergewicht (6 µg Epinephrin pro kg) entsprechend 2,5 ml Isocain ad us. vet. pro 10 kg Körpergewicht nicht überschreiten.

Demnach dürfte ein 1 kg schweres Ferkel nur insgesamt 0,25 ml Isocain erhalten – das wären dann 0,125 ml je Injektionsstelle. Wieviel Procain insgesamt verabreicht wurde, lässt sich in dem Film ja nur erahnen – ich würde jedoch mal ganz frech behaupten, dass die Dosierung nicht so genau genommen wurde.

Ferkel zeigen ein Schmerzgesicht

Zur Injektion erklärt dann die Tierärztin, dass grundsätzlich jede Injektion schmerzhaft ist. Dem ist auch definitiv so – jedoch gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass genau diese Injektion mit Procain schmerzhafter ist, als die Kastration ohne Betäubung. Weiterhin heißt es, dass die Ferkel immer schreien – „Schreien ist Normalverhalten vom Schwein“ – hm, das sehe ich etwas anders. Unsere Ferkel schreien in der Regel nicht. Sie schreien jedoch, wenn sie Stress haben. Wenn sie Schmerzen haben, schreien Ferkel allerdings eher nicht bzw. weniger. Sie schreien nicht, weil sie dadurch Fressfeinde anlocken würden. Die Vokalisation der Tiere zur Beurteilung von Schmerzen heranzuziehen, ist schon etwas fragwürdig. Deshalb ist die Konsequenz – das Ferkel schreit bei der Injektion/der Kastration nicht mehr als vorher, es spürt also keine Schmerzen – nicht haltbar. Schweine – besonders Ferkel zeigen stattdessen ein sogenanntes „Schmerzgesicht“.

Bildquelle: Development of a Piglet Grimace Scale to Evaluate Piglet Pain Using Facial Expressions Following Castration and Tail Docking: A Pilot Study.

 

Betäubung sitzt? Trial and error!

Nach einer Wartezeit von 45 min werden die Ferkel erneut eingefangen, bekommen ein Schmerzmittel und werden dann mit einer Zange kastriert. Dazu werden sie zwischen den Beinen des Landwirts fixiert – er kann das Gesicht (s.o. Schmerzgesicht) nicht sehen. Es erfolgt vorher keinerlei Kontrolle hinsichtlich des Erfolgs der Betäubung – es ist ein „trial and error“. Die Ferkel werden kastriert – anhand der „nicht Abwehrbewegungen“ des vollkommen fixierten (!) Ferkels geht man davon aus, dass die Betäubung sitzt. Dass der Landwirt beim kneifen/schneiden ebenfalls die Hinterbeine fixiert, scheint hier ebenfalls keine Rolle zu spielen. Wie soll das Ferkel in der Position überhaupt strampeln bzw. Abwehrbewegungen zeigen? Bei einem anderen Tier, wo er nur ein Bein fixiert, sind durchaus Abwehrbewegungen zu erkennen.

Hinterher kann ebenfalls sehen, dass die Ferkel Schmerzen spüren – bei 5:08 min ist ein Ferkel zu sehen, das mit dem Schwanz wackelnd und mit dem Hinterbein schlagend durch das Bild läuft. Wenn es keine Schmerzen verspüren würde, würde es nicht diese Abwehrbewegungen machen.

Für mich bleibt die Eingangsfrage – ist der sogenannte vierte Weg eine richtige und gute Methode für die Ferkelkastration? Hierzu meint Professor Dr. Thomas Richter von der TVT (Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz):

Nein, der vierte Weg ist nicht die Lösung, weil das in der Realität unter Praxisbedingungen nicht tierschutzkonform machbar ist. Man muss, wenn man das richtig machen will, die Haut des Hodensacks betäuben – mit einer Injektion. Man muss dann zweitens den Samenstrang, also die Blutgefäße und die Nerven, die aus der Bauchhöhle in den Hodensack ziehen, nochmal betäuben. Das sind vier Injektionen pro Ferkel. So ein kleines Ferkel, das zappelt, das ist ganz schwierig, das wirklich richtig zu treffen. Und wenn man einen durchschnittlichen Betrieb sich anschaut, dann muss der alle drei Wochen an einem Nachmittag 300 Ferkel kastrieren, dass heißt das ist eine Arbeit im Akkord. Das geht sehr, sehr schnell. Und in dieser Zeit – unter den Praxisbedingungen – ist es nicht möglich, ist es nicht vorstellbar, dass die Ferkel alle ordnungsgemäß betäubt sind.

Quelle: Interview mit Prof. Dr. Richter in Unser Land vom 12.10.2018 (ab 13:14 min)

weiterführende Links:

Pain behaviour after castration of piglets; effect of pain relief with lidocaine and/or meloxicam

Untersuchungen zur Wirksamkeit und Gewebeverträglichkeit von Lokalanästhetika bei der Kastration männlicher Saugferkel

Möglichkeiten der Schmerzreduzierung bei der Kastration männlicher Saugferkel

 

 

Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Tierschutz auf dänisch

Wenn QS, die Politik oder irgendjemand sonst noch einen Beweis dafür braucht, wie ernst den Dänen der Tierschutz ist – hier ist er:

Hintergrund

Ab dem 01.01.2019 ist die betäubungslose Kastration von Saugferkeln verboten. Das deutsche Tierschutzgesetz fordert eine „Schmerzausschaltung“ bei der Kastration. Untersuchungen zeigen, dass eine Lokalanästhesie dieses nicht erreicht. Deshalb ist in Deutschland im Moment diese Art der Betäubung nicht zulässig. In Dänemark sieht das jedoch anders aus.

In Dänemark ist zur Zeit eine Schmerzmittelgabe vorgeschrieben. In Dänemark darf der Landwirt bereits jetzt unter lokaler Betäubung kastrieren. Ab dem 1.1.2019 ist es verpflichtend vorgeschrieben.

Warum interessieren uns die Dänen?

Deutschland importiert etwa 12 Millionen Ferkel pro Jahr – über die Hälfte kommt aus Dänemark.

Auch wenn sie nicht nach deutschem Recht kastriert sind, erhalten diese Tiere bzw. das Fleisch dieser Tiere in Deutschland ein Siegel für Qualität und Sicherheit.

QS = Qualität und Sicherheit?

Alle Partner haben sich vertraglich verpflichtet, nach klar definierten Kriterien sichere Lebensmittel zu erzeugen…

Da stellt sich für mich die Frage, wie diese Kriterien denn nun konkret aussehen. Deshalb habe ich noch weiter bei QS nach einer Antwort gesucht…

Hier heißt es „Leitfaden Landwirtschaft Schweinehaltung“:

Auch in einer Pressemitteilung vom 26.09.2018 heißt es seitens QS:

Die Anforderung im QS-Leitfaden, dass die Ferkelkastration grundsätzlich nur mit Schmerzausschaltung oder Betäubung (also entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes) erfolgen darf, bleibt jedoch bestehen. Damit ist auch klar, dass für Ferkel, Mastschweine und Fleischwaren, die aus dem Ausland ins QS-System geliefert werden, vergleichbare Verfahren verlangt werden.

Dann ist doch eigentlich alles gut – nur was stört mich mein Geschwätz von gestern?

Das wäre es, wenn QS konsequent wäre – nur genau das ist QS leider nicht. QS sieht nämlich keinen Grund, dänische Ferkel aus dem System auszuschließen. Bei agrarheute heißt es dazu:

QS könne nicht die nationalen Unterschiede in den Verfahren ausgleichen und deshalb auch nicht ein Verfahren, das im Ausland zugelassen sei, aber in Deutschland nicht, ausschließen. Die Verfahren, die im Ausland rechtlich zugelassen sind, dürfen bei Tieren, die in das QS-System eingeführt werden, auch angewandt werden.

Fazit

Es ist natürlich einfach, auf die Politik zu schimpfen. Nur sind wir doch mal ehrlich, der Ausstieg ist seit Jahren beschlossen. Natürlich können und wollen wir die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen, nur hier versagen unsere Verbände auf ganzer Linie. Denn letztlich sind es der deutsche Bauernverband und der deutsche Raiffeisenverband, die neben der Fleischwirtschaft und dem Handel Gesellschafter von QS sind und es somit zulassen, dass die Dänen uns am Nasenring durch die Arena ziehen.

Landwirtschaft, Markt, Politik, Schweinehaltung

Lidl’n lohnt sich

Thomas Wengenroth hat einen sehr schönen Artikel bei Stallbesuch geschrieben, den ich hier freundlicherweise ebenfalls veröffentlichen darf – vielen Dank dafür!

Lidl’n lohnt sich – über Tierwohl, das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration, die Zukunft der Schweine-/Sauenhaltung und Deutschland und überall anders in Europa/auf der Welt:

Das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration kommt. Ob früher oder doch noch etwas später, ist eigentlich  egal. Beschlossen ist das Ende auf jeden Fall und dass innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre eine Methode entwickelt wird, die a) Tierhalter anwenden können und b) der Forderung nach „Schmerzausschaltung“ genügt, ist eher fraglich. Bedenkt man den Anästhesie-Aufwand bei Kleintieroperationen, wird dies deutlich.

Ein Unternehmer aber fragt sich ja immer: wie lässt sich die Geschichte ins Positive drehen?

Verändern sich die Anforderungen des Marktes, kann der Einzelne reagieren, mit Direktvermarktung z. B., wenn Regionalität gefordert wird. ei der Ferkelkastration allerdings ist die gesamte Branche gefordert, wenn massenhafter Ausstieg nicht Realität werden soll. Benjamin Steeb, Geschäftsführer der Lidl Stiftung, hat auf dem Veredelungstag kürzlich den Lösungsweg beschrieben: „deutsche Produkte mit Mehrwerten ausstatten“.

Für den Verbraucher müssen Vorteile erkennbar sein, wenn er Schweinefleisch aus deutscher Produktion kaufen soll. Die schmerzlose Kastration männlicher Ferkel kann, als Tierschutz-Maßnahme, ein solches Plus gegenüber Importware sein. Genau wie die Initiative Tierwohl (ITW).

Lidl sieht für sein Fleischangebot zukünftig vier Stufen: 1 – gesetzlicher Standard, 2 – ITW, 3 – das hauseigene Label-Programm und 4 – Bio. Mittelfristig soll jedoch die zweite Stufe Standard werden und die ITW zur zentralen Platt- form. Bemerkenswert ist hierbei, dass ja bereits die erste Stufe „gesetzlicher Standard“ automatisch auch bedeuten muss „schmerzfrei kastriert“. Denn nur vom deutschen Gesetz kann hier ja wohl die Rede sein.

Daraus ergibt sich zweierlei: jeder Erzeuger muss ins Programm der Initiative Tierwohl aufgenommen werden, wenn er die entsprechenden Bedingungen erfüllt und die Zahlungen des Lebensmitteleinzelhandels müssen entsprechend erhöht werden. Wenn nun auch noch QS die schonende Ferkelkastration in den Kriterienkatalog aufnähme, wäre jedem  Verbraucher vermittelbar, dass er beim Kauf von deutschem Schweinefleisch aktiv etwas für den Tierschutz tut.

Auf diesem Weg wären dann auch die nächsten Herausforderungen „Kastenstand“ und “Kupierverzicht“ zu stemmen. Kostenführerschaft werden wir in Deutschland kaum je erreichen. Aber Tierschutz kann sich die Branche auf die Fahne schreiben und sie zum Qualitätsmerkmal für deutsches Fleisch machen.

Quelle: Stallbesuch: Lidl’n lohnt sich

Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung

Die große Angst vor der Afrikanischen Schweinepest

Jetzt ist es passiert – zunächst drei, mittlerweile 9 bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest (kurz ASP) in Belgien. Sie ist in Westeuropa angekommen, nur wie geht es jetzt weiter? Ganz viele Fragen – ich möchte versuchen, einige hier für Euch zu beantworten…

Was ist die Afrikanische Schweinepest (=ASP)?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Krankheit, die durch ein Virus übertragen wird. Die Afrikanische Schweinepest betrifft ausschließlich Haus- und Wildschweine.

Ist die Afrikanische Schweinepest für den Menschen gefährlich?

Nein, die ASP ist NICHT auf den Menschen übertragbar. Bei der ASP handelt es sich also um keine Zoonose, d.h. auch der Verzehr von Fleisch von betroffenen Tieren ist für den Menschen ungefährlich.

Ist die Afrikanische Schweinepest für meinen Hund/meine Katze gefährlich?

Nein, die ASP ist ebenfalls für Hunde und Katzen und andere Haustiere (mit Ausnahme von Schweinen wie z.B. Hängebauchschweine oder Mini Pigs) vollkommen ungefährlich.

Aber…

…sowohl Menschen als auch Haustiere kommen als Überträger der ASP in Frage. Die Übertragung findet zum einen durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Sekrete, Blut, Sperma) oder durch die Aufnahme von Speiseabfällen statt. Denn in rohem Fleisch oder Rohwürsten (wie z.B. Salami) von erkrankten Schweinen hält sich das Virus über Monate, und kann so nach Aufnahme die Tiere infizieren.

Auf der anderen Seite spielen indirekte Übertragungswege wie Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände (z.B. Jagdausrüstung), landwirtschaftlich genutzte Geräte, Maschinen, Kleidung, aber auch der Überträger (Vektor) Haustier (z.B. Jagdhund, streunende Katze) eine große Rolle. In diesem Fall ist der Kontakt mit Blut der effizienteste Übertragungsweg.

Wie sehen an ASP erkrankte Schweine aus?

Wenn der Verlauf sehr schnell ist (wir reden von „perakut“, innerhalb von Stunden bis 2 Tagen) sterben die Tiere einfach, ohne große Symptome gezeigt zu haben.

Bei einem schnellen („akuten“) Verlauf (3-14 Tage) zeigen die Tiere eine komplette Störung des Allgemeinbefindens: hohes Fieber, Fressunlust, Blutbildveränderungen, Durchfall oder auch Verstopfung, punktförmige Blutungen auf den Organen und Schleimhäuten, Blaufärbung der Haut, neurologische  Symptome. Die meisten Schweine sterben innerhalb kurzer Zeit.

punktförmige Blutungen am Ohr eines an ASP erkrankten Schweines (Quelle:
https://www.aphis.usda.gov/aphis/newsroom/publications)

Bei einem mäßig schnellen („subakuten“) Verlauf (14-30 Tage) zeigen die Tiere wellenförmig hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, Atembeschwerden, Durchfall, Sauen verferkeln, die Haut verändert sich ebenfalls – sie kann punktförmige Blutungen zeigen und/oder Blauverfärbungen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei einem mäßig schnellen Verlauf allerdings „nur“ bei ca. 30 – 70 %.

Der Krankheitsverlauf kann allerdings auch „chronisch“ sein, d.h. langsam und lang andauernd. Chronische Verlaufsformen haben keinen klar bestimmbaren Ausgangspunkt, sondern entwickeln sich langsam und schleichend. Sie bestehen über einen langen Zeitraum. Ein chronischer Krankheitsverlauf ist bei der ASP eher selten, jedoch sind die Tiere aus Tierseuchensicht die schlimmsten – denn sie zeigen nur unspezifische Krankheitserscheinungen, sterben nicht, sondern kümmern vor sich hin. Sie sind häufig ständiger Träger des Virus (sog. „Virämiker“) und verbreiten es daher munter weiter.

Können wir kranke Schweine heilen/therapieren?

Nein, eine Therapie der ASP ist zum einen nicht möglich und zum anderen sogar verboten. ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Es gelten strenge Bekämpfungsmaßnahmen (s.u.).

Können wir gegen ASP impfen?

Es existiert kein Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest, so dass wir nicht impfen können. Eine Impfung ist wie auch ein Heilversuch nach der Schweinepest-Verordnung verboten.

Was passiert, wenn bei einem Wildschwein die ASP festgestellt wird?

Nach Anzeige des Krankheitsausbruchs übernimmt das zuständige Veterinäramt die Bekämpfung der Seuche gemäß der „Schweinepest-Verordnung“.

Die zuständige Behörde legt ein „gefährdetes Gebiet“ um die Abschuss- oder Fundstelle des Wildschweins und ein Gebiet um das gefährdete Gebiet als „Pufferzone“ fest. Diese Gebiete werden mit Schildern an den Zufahrtsstraßen gekennzeichnet. Betriebe mit Hausschweinen, die in diese Gebiete fallen, haben die Tiere vor Kontakt mit Wildschweinen zu schützen, dürfen keine Schweine auf öffentlichen Wegen treiben und müssen sich an diverse Hygieneregeln halten, um eine Ausbreitung auf die Hausschweine zu verhindern.

Wie kann die ASP bei Wildschweinen am besten bekämpft werden?

Das ist eine gute Frage – und ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Auf der einen Seite ist eine massive Bejagung eine Möglichkeit – jedes erlegte Wildschwein kann die ASP nicht mehr weiter verbreiten. Auf der anderen Seite kann die Behörde eine Jagdsperre verhängen – denn eine intensive Jagd bringt sehr viel Unruhe in die Rotten, so dass eine weitere Verbreitung stattfinden kann.

Wichtig ist, dass halt auch Jäger sich an die strengen Hygieneanforderungen halten, und die Vorgaben der Veterinärämter erfüllen.

Jeder Hundebesitzer hilft der Bekämpfung, wenn er auch außerhalb der Brut- und Setzzeit seinen Hund an der Leine führt.

Wenn bei einem Wildschwein ASP festgestellt wurde, müssen dann die Schweine der sich im „gefährdeten Gebiet“ befindlichen Betriebe gekeult werden?

Nein, die Schweine werden nicht automatisch getötet, allerdings gibt es sehr viele Beschränkungen, vor allem was den Transport von Tieren angeht, innerhalb und auch außerhalb dieses Gebietes (z.B. für Tiere, die kurz vorher aus diesem Gebiet verbracht wurden).

Was passiert, wenn ein Schweinebestand mit Hausschweinen ASP hat?

Die zuständige Behörde muss den Ausbruch amtlich bekannt geben. Es werden Proben genommen und typisiert. Die Tiere des betroffenen Betriebes werden alle getötet. Der Betrieb muss Schilder mit der Aufschrift  „Afrikanische Schweinepest – Unbefugter Zutritt verboten“ anbringen und seine Hunde und Katzen einsperren.

Um den Betrieb wird im Radius von 3km ein Sperrgebiet errichtet. In diesem Sperrgebiet werden innerhalb von 7 Tagen alle Schweine klinisch (und auch serologisch) untersucht. In diesem Gebiet herrscht ein absolutes „Standing still“, d.h. keine Transporte, keine weiteren Besamungen, hier geht zunächst nichts mehr. Das ist gerade bei Sauenhaltern ein riesiges Problem, weil natürlich weiterhin die Sauen abferkeln, die Ferkel jedoch (wenn die Ferkelaufzucht/die Mast an einem anderen Ort stattfindet) nicht mehr transportiert werden dürfen.

Um das Sperrgebiet wird ein Beobachtungsgebiet von mindestens 7km Radius gelegt (zusammen sollen Sperrgebiet und Beobachtungsgebiet mindestens einen Radius von 10km haben). Auch im Beobachtungsgebiet herrscht ein „Standing still“ (s.o.). Wenn im Beobachtungsgebiet Schweine verenden oder erkrankt sind, führt die Behörde eine serologische und virologische Untersuchung der Schweine durch.

Das sind nur einige Maßnahmen, die im Falle der Feststellung der ASP greifen – wer es genauer wissen möchte, kann die Maßnahmen in der „Schweinepest-Verordnung“ nachlesen.

Was passiert mit einem „Kontaktbetrieb“?

Das Veterinäramt ordnet für einen Kontaktbetrieb eine behördliche Beobachtung für die Dauer von mindestens 40 Tagen an, kann jedoch auch, wenn es erforderlich ist, die sofortige Tötung der Tiere des Kontaktbetriebes anordnen.

Was passiert mit den Kadavern?

Die Kadaver werden unschädlich beseitigt.

Ist die intensive Tierhaltung schuld?

Die ASP kommt ursprünglich, so wie es auch der Name schon sagt, aus Afrika. Das Erregerreservoir stellen vor allem Warzenschweine aber auch Buschschweine dar. Sie sind reine Träger und Überträger, erkranken aber in der Regel nicht. Ein Überträger in Afrika ist die Lederzecke.

Seit 1978 kommt es auf Sardinien (Italien) immer wieder zu Ausbrüchen der ASP. Es gelingt seither nicht, das Virus von der Insel zu eliminieren. Betroffen sind Haus- und Wildschweine. Aus diesem Grunde dürfen keine lebenden Schweine und auch keine rohen Produkte aus Schweinefleisch aus Sardinien verbracht werden.

Im Jahre 2007 wurde das Virus der ASP aus Afrika, vermutlich über den Schwarzmeerhafen von Poti, nach Georgien eingeschleppt. Seitdem hat sich die Seuche über mehrere Länder nach Russland, Weißrussland und die Ukraine ausgebreitet. Anfang 2014 erreichte die Tierseuche die Europäische Union. Mittlerweile traten Fälle in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, in Bulgarien, Ungarn, Polen, Tschechien, Rumänien und 2018 auch erstmals in China auf. In den letzten Wochen ereigneten sich die ersten Fälle in Belgien.

Die ASP ist eine „Habitatseuche“, d.h. es erkranken meist nur Einzeltiere. Es bilden sich häufig örtlich begrenzte Naturherde, in denen die Erkrankung immer wieder auftritt, aber nie erlischt. Das macht die Bekämpfung so schwierig. Häufig infizieren sich gesunde Schweine erst nach dem Tod eines befallenen Tieres, wenn sie an den Kadavern schnüffeln oder fressen.

Ihr seht – das Problem der ASP sind eher die Wildschweinebestände und nicht die Hausschweinebestände.

Was könnt IHR zum Schutz unserer Betriebe tun?

BITTE werft keine Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, einfach so in die Natur – sondern wenn dann entsorgt diese in den Müll.

BITTE bringt keinerlei Lebensmittel, die Schweinefleisch oder Wildschweinefleisch enthalten, aus dem Ausland mit nach Deutschland. Vertraut uns Landwirten und Jägern – kauft die Produkte hier vor Ort.

BITTE leint auch außerhalb der Setz- und Brutzeiten Eure Hunde beim Spaziergang an.

Liebe LKW-Fahrer,

BITTE nehmt Eure Verpflegung nicht mit über die Grenzen (v.a. wenn Ihr aus einem gefährdeten Gebiet nach Deutschland einreist).

BITTE werft keine v.a. schweinefleischhaltigen Lebensmittel in die Natur. Auch die Entsorgung an den Rastplätzen BITTE ausschließlich in verschlossene Müllbehälter!

Liebe Jäger,

bitte lasst Jagdtrophäen und Wildbret aus betroffenen Ländern dort. Reinigt und desinfiziert Gegenstände und Fahrzeuge, die Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen hatten (z. B. Kleidung, Jagdwaffen).

Liebe Schweinehalter,

haltet Euch an die Hygiene-Richtlinien in der Schweinehaltung.

Verfüttert keine Küchenabfälle oder Essensreste an Schweine (Haus- und Wildschweine)! Achtet auf eine gute allgemeine Betriebshygiene: Sauberkeit von Personal und Gerätschaften, Zugangsbeschränkung zu den Stallungen, betriebseigene Schutzkleidung, Schädlingsbekämpfung, usw.

Vermeidet einen direkten oder indirekten Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen! Freilandhaltungen sind hier besonders gefährdet, aber auch konventionelle Betriebe müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen (z. B. wildschweinsichere Umzäunung des Betriebsgeländes; unzugängliche Lagerung von Futtermitteln und Einstreu).

BITTE sprecht mit Euren Mitarbeitern!

Merkblätter

Auf der Seite des LAVES gibt es in vielen verschiedenen Sprachen Merkblätter und sehr gute weiterführende Informationen zum Thema ASP.

Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung

Hormone im Fleisch? Vollkommen normal.

Es gibt noch eine Alternative zur Kastration: Hormone zu spritzen, damit die Geschlechtsreife des Ebers hinausgezögert wird bis das Tier zum Schlachter kommt, also bevor es durch die Geschlechtsreife anfängt, unangenehm zu riechen, was den Fleischgenuss zerstört. Aber wollen wir hormonbehandeltes Fleisch?

So wird der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz von der Rheinischen Post zitiert. Ja, der Termin zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration rückt näher, und der Ton verschärft sich.

Facts not fear – hier die Fakten:

  • Improvac® besitzt keinerlei hormonelle Wirkung.

  • Improvac® hinterlässt im Fleisch keinerlei Rückstände.

  • Fleisch enthält natürlicherweise immer Hormone.

Bedauerlich, dass hier Werner Schwarz stellvertretend für den Deutschen Bauernverband nicht mit Fakten argumentieren kann, sondern versucht mit der Verbreitung von Angst zu punkten.

„Hormone spritzen“ – es geht um Improvac, sprich um eine immunologische Kastration.

Was bedeutet „Immunokastration“?

Bei der Immunokastration wird den Tieren zweimal eine Art Impfstoff (Improvac®) gespritzt. Improvac® ist pharmakologisch gesehen kein richtiger Impfstoff, sondern ein „immunologisches Präparat“. Dieses Präparat wirkt jedoch wie ein Impfstoff.

Improvac® ist kein Hormon

Improvac® enthält ein synthetisches Analogon eines natürlichen Hormons (GnRF). Dieses Analogon ist an ein Trägerprotein gebunden und bildet mit diesem zusammen das Antigen. Dieses Antigen stimuliert die Bildung von GnRF-neutralisierenden Antikörpern. So werden letztlich die Hormone, die für den unangenehmen Geruch/Geschmack bei Eberfleisch verantwortlich sind, nicht gebildet.

Quelle: DLG e.V. – Eberfleisch Teil 1 – Basiswissen

Tierschützer und NGO’s sehen diesen Weg neben der Ebermast als den Königsweg an. Und auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (kurz TVT) fordert die Immunokastration, weil die Schweine dabei unversehrt bleiben. Nur der Deutsche Bauernverband lehnt die vermutlich tierschonenste Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ab.

Weltweit sind immunokastrierte Tiere seit Jahren im Handel. In Belgien, Australien oder Südamerika wird bereits in relevanten Größenordnungen geimpft. Brasilien und Australien exportieren erfolgreich immunokastrierte Tiere, auch beispielsweise nach China.

In Deutschland liegt ebenso seit Jahren Fleisch von immunokastrierten Tieren in den Kühltheken – denn Belgien ist der Vorreiter der Immunokastration und exportiert einen großen Teil seines Fleisches an uns.

Fleisch enthält immer Hormone – auch beim Menschen

Hormone sind natürliche Botenstoffe und sowohl in unserem Körper als auch in nahezu allen Nahrungsmitteln vorhanden. Eine Quelle für hormonell wirksame Substanzen stellen zum Beispiel Schimmelpilze (Zearalenon) dar, die von bestimmten Pilzen gebildet werden und Getreidearten wie Mais, Weizen und Gerste befallen können. Der Einsatz von Hormonen als Wachstumsförderer in der Tiermast ist seit 1988 EU-weit verboten.

Mein Fazit

Veränderungen scheinen vom Bauernverband nicht gewollt. Seit Jahren wird der Termin zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration nun ausgesessen. Kurz gesagt – es werden alle möglichen Lösungen negiert:

  1. Ebermast ist nicht flächendeckend umsetzbar
  2. Kastration unter Betäubung ist finanziell nicht darstellbar
  3. Immunokastration lehnt der Verbraucher ab aus Angst vor „Hormonfleisch“

Auch QS beweist angeblich in einer Studie, dass die Immunokastration das größte Skandalpotential hat. Und jetzt, fünf Monate vor Ablauf der Frist, bleibt dieser vorhergesagte mediale Skandal einfach aus – und noch schlimmer – Tierschutzvereine, einige Bioverbände und NGO’s sprechen sich für die Immunokastration aus. Und auch eher kritische Medien wie der Spiegel berichten positiv über die Immunokastration.

So, was bleibt – man inszeniert den Skandal einfach selber und zerstört damit vorsätzlich eine der besten (weil tierschonenste) Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration – um auf eine Alternative zu setzen, die es bislang schlichtweg nicht gibt.

Ich bin maßlos enttäuscht. Ich wünsche mir einen Verband, der nach vorne blickt, der die Zukunft gestalten möchte, der offen ist und auch bereit für Veränderungen. Letztlich disqualifiziert sich der Bauernverband hier als Gesprächspartner in Sachen betäubungsloser Ferkelkastration – und das finde ich wirklich traurig.

Weitere Informationen:

Zulassung Improvac

BfR – Fragen und Antworten zum Thema Hormone in Fleisch und Milch

Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung

Mit Volldampf voraus – die Wand wartet schon

Mit Volldampf voraus – die Wand wartet schon

titelt heute Thomas Wengenroth bei Stallbesuch
Mit Volldampf voraus – die Wand wartet schon

Wer alternativlos die Einführung des 4. Weges in der Ferkelkastration und, seit Neuestem, eine Fristverlängerung für die betäubungslose Kastration um fünf Jahre fordert, bewegt sich mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung Wand.

Unabhängig forschende Tierärzte sprechen sich gegen den 4. Weg aus, die TVT z. B. schreibt „Injektionen mit der nötigen Genauigkeit tierschonend und wirksam in praxisrelevanter Zeit durchzuführen ist unmöglich.“ Auch die korrekte Dosierung von Betäubungs- und Schmerzmitteln bei fünf Tage alten Ferkeln, stellt – selbst für Tierärzte – eine Herausforderung dar.

Der Deutsche Tierschutzbund bezieht klar Stellung gegen die Methode und ein gemeinsames Positionspapier von Albert Schweitzer Stufung, Vier Pfoten, ProVieh, bmt und Bundesverband Tierschutz listet für diese Variante ausschließlich Nachteile auf (für alle anderen werden dagegen auch Vorteile benannt).

Was also ab dem 1. Januar 2019 passiert, muss jedem heute schon klar sein: Wird der 4. Weg politisch durchgedrückt, bricht ein Shitstorm los. Wird die Frist um fünf Jahre verlängert, passiert genau das Gleiche. Die entsprechenden Presse-Verlautbarungen sind ja fertig und das Datum ist schnell geändert.

Fünf Jahre „Vorwarnzeit“ blieben ungenutzt. Kreative Konzepte wurden nicht mal angedacht, von Anfang an gab es nur stures Beharren, auf einer einzigen Forderung. Das macht nicht gerade Hoffnung für die Zukunft.

Bis vor kurzem war weiten Teilen der Bevölkerung nicht bewusst, dass Eber routinemäßig kastriert werden. Das hat sich geändert. Deswegen sollte sich auch niemand wundern, wenn die nächsten Themen ruck-zuck zu einem einzigen Paket verschnürt werden. Dann gibt es fünf Jahre Frist für Ringelschwanz und Kastenstand. Und im Ergebnis gar keine Schweinehaltung mehr in Deutschland.

PS: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und vielleicht werden ja die nächsten fünf Jahre besser genutzt. Etwa dafür QS die Hölle heiß zu machen, wenn sie ohne weiteres Ferkel akzeptieren, die im Ausland auf eine Weise kastriert wurden, die in Deutschland verboten ist. Oder dafür “4 x D” bekannt zu machen, damit Verbraucher für Tierschutz-Standards hierzulande sensibilisiert werden.

Vielen Dank, lieber Thomas, für diese nüchterne Betrachtung.