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Kükentöten bleibt weiterhin erlaubt

Das war die Schlagzeile des gestrigen Tages. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster und erlaubt (übergangsweise) weiterhin das Töten von männlichen Eintagsküken. Und die Empörung darüber ist groß.

Der Hintergrund

Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken kurz nach der Geburt getötet. Es handelt sich hierbei um die „Brüder“ der Legehennen. Die weiblichen Küken werden also Legehennen, die männlichen Tiere können jedoch keine Eier legen. Allerdings können diese auch nicht als Masthühner dienen. Denn die spezielle Züchtung der Legehennen führt dazu, dass diese Tiere nicht so viel Fleisch ansetzen. Zudem benötigen sie sehr viel Futter für ihren geringen Fleischansatz. Aus diesen Gründen werden die Tiere direkt nach dem Schlupf getötet.

Fakes und Fakten

Es ist häufig vom „Küken-Schreddern“ die Rede, weil die Tiere früher tatsächlich mittels scharfen, rotierenden Messern gemust wurden. Nur diese Praxis gehört in Deutschland der Vergangenheit an. Die Tiere werden mit CO² zunächst betäubt und dann getötet. Anschließend werden sie zu Tierfutter verarbeitet und z.B. in Zoos und Tierparks abgegeben.

Gerne wird berichtet, dass bei Masthähnchen die weiblichen Tiere getötet werden – das ist falsch! Sowohl bei den Masthähnchen als auch bei Puten, Enten und Gänsen werden beide Geschlechter gemästet, geschlachtet und verwertet.

Küken töten ist böse, Hähne schlachten nicht?! Ist das logisch?

Wie ich oben schon erwähnt habe, ist die Empörung über dieses Urteil groß. Viele schreiben, es gäbe doch gute Alternativen wie z.B. ein Zweinutzungshuhn oder sogenannte Bruderhahninitiativen.

Ich bin da ehrlich gesagt etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite widerspricht es mir durchaus ein Tier, das gerade mal einen Tag (oder letztlich nicht mal) alt ist, zu töten. Auf der anderen Seite kann ich diese Bruderhahninitiativen definitiv auch nicht gut heißen.  Wir haben hier einen ganz klassischen Zielkonflikt. Es ist schon etwas putzig, dass ich überall über die Wörter „Nachhaltigkeit“ und „Ressourcenverschwendung“ stolpere, nur genau das in diesem Zusammenhang gerne einfach mal ausgeblendet wird. Es werden ständig vollkommen utopische Zahlen im Bereich Rind und Schwein in den Raum geworfen (16kg Getreide für 1kg Fleisch usw.), jedoch bei der Aufzucht dieser Tiere, wo das wirklich ein riesiges Problem ist, da wird das einfach mal verschwiegen. Hier ist auf einmal die Futterverwertung vollkommen egal. Für mich ist das unlogisch und ein mit zweierlei Maß messen.

Und sind wir doch mal ehrlich – tot ist tot. Macht es für das Tier einen Unterschied, ob es mit 24 Stunden oder nach 24 Tagen mittels CO² betäubt wird und dann getötet? Nur die in meinen Augen wichtigste Frage ist, erfüllt das Kükentöten den „vernünftigen Grund“ im Sinne des Tierschutzgesetzes?

§ 1 Tierschutzgesetz: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

So lautet der Grundsatz unseres Tierschutzgesetzes. Der Gesetzgeber führt jedoch keine Liste mit „vernünftigen Gründen“ im Sinne des Gesetzes. Und hier hat nun die Richterin des Bundesverwaltungsgerichtes eine in meinen Augen interessante Entscheidung getroffen:

Die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien seien zwar allein kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. Bis Alternativen zur Verfügung stünden, sei die Fortsetzung der Praxis aber noch rechtmäßig. Das heißt, das Bundesverwaltungsgericht hat zwar entschieden, dass das Töten männlicher Eintagsküken tierschutzrechtlich übergangsweise noch zulässig ist. Das Gericht hat das Vorliegen eines „vernünftigen Grundes“ für das Töten der männlichen Küken und damit die Vereinbarkeit mit dem deutschen Tierschutzgesetz bejaht, allerdings nur bis praxisreife Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei vorliegen. Nur das heißt eben auch, dass wirtschaftliche Gründe allein nicht den ethisch begründeten Schutz der Tiere überwiegen. Wirtschaftliche Aspekte allein stellen also keinen „vernünftigen Grund“ dar. Ich bin gespannt, wie die Kollegen diese Entscheidung im Bereich Kleintier- und Pferdepraxis in der Zukunft bedenken bzw. umsetzen.

Gibt es Lösungen für die Zukunft?

Seit Langem wird an Alternativen geforscht. Durch unterschiedliche Verfahren soll das Geschlecht der Küken schon im Ei ermittelt werden. Dadurch können die männlichen Eier aussortiert werden, bevor sie ausgebrütet und geschlüpft sind. Nur diese Verfahren benötigen noch Zeit, denn diese Technik muss auch flächendeckend für alle Brütereien zur Verfügung stehen. Zudem wird noch ein der Geschwindigkeit und an der Genauigkeit gearbeitet.

Letztlich gibt dieses Urteil der Wissenschaft Zeit, die Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei erfolgreich zum Abschluss zu bringen – und das halte ich für richtig und wichtig! Deswegen verstehe ich auch die Empörung nicht, die dieses Urteil nun ausgelöst hat.

Mich interessiert Eure Meinung – wie steht Ihr zu diesem Thema, zu diesem Urteil? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

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Allgemein, Bauern, Ferkelkastration, Kommentar, Landwirtschaft, Markt, Politik, Schweinehaltung

Konstruktiv geht irgendwie anders

Die Ferkelkastration – ein leidiges Thema, was uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird

Nach der Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration um 2 Jahre, müssen nun für die Landwirte umsetzbare Alternativen bis zum 31.12.2020 her, denn ab 01.01.2021 soll ja nun endlich Schluss sein mit der betäubungslosen Kastration.

Jetzt hat das BMEL den ersten Entwurf für eine Verordnung veröffentlicht, die es den Landwirten erlauben soll, die Narkose mittels Isofluran selbstständig durchzuführen. Daraufhin sind nun die Verbände gebeten worden, zu diesem Entwurf Stellung zu nehmen.

Ich habe in den letzten Tagen etliche dieser Stellungnahmen gelesen und bin ehrlich gesagt schockiert und enttäuscht. Die meisten Verbände halten an ihrer Sicht der Dinge fest, beschäftigen sich letztlich überhaupt nicht mit der Isoflurannarkose und der Verordnung. Beispielsweise ist in der gemeinsamen Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und ProVieh zu lesen, dass…

die Politik in zukunftsweisende und tiergerechte Lösungen wie die Ebermast mit und ohne Impfung gegen Ebergeruch investieren muss, statt Verstümmelungen von männlichen Ferkeln mit geplanten 38 Millionen Euro Steuergeldern zu fördern.

Ich muss ganz ehrlich gestehen, ein solcher Satz von Tierärzten, macht mich fassungslos. Vor allem fordert derweil eine andere Arbeitsgruppe, genau diese „Verstümmelungen“ flächendeckend für Katzen:

Aus den genannten Gründen besteht ein gesellschaftlicher Konsens, die Kastration möglichst flächendeckend und bei allen Haltungsformen durchzuführen.

Derweil halten viele landwirtschaftlichen Verbände an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Isoflurannarkose fest und diskutieren in einem Positionspapier die Frage, warum ein Landwirt nicht einfach Lidocain einsetzen kann.

In der Schule hieße es – setzen sechs, Thema verfehlt

Ich bin maßlos enttäuscht von der destruktiven Art und Weise mit diesem Verordnungsentwurf umzugehen. Ich weiß nicht, ob den dort agierenden Verbänden nicht klar ist, dass Isofluran in den nächsten Jahren der einzige Weg sein wird, den die Landwirte noch gehen können, wenn sie keine Eber mästen wollen (bzw. vermarktet bekommen).

Politiker wie Albert Stegemann oder auch Ursula Heinen-Esser haben uns ganz klar zu verstehen gegeben, dass es den vierten Weg in den nächsten zwei Jahren (es fehlt immer noch der Nachweis der Schmerzausschaltung) nicht geben wird, zudem wird es weder eine weitere Fristverlängerung noch eine Änderung des Tierschutzgesetzes geben. Natürlich können wir auch noch 1,5 Jahre damit verschwenden, darüber empört zu sein, nur das wird an der Sache nichts ändern.

Liebe Tierschutzverbände,

sicher ist die „Nichtkastration“ (sprich Ebermast mit oder ohne Immunokastration) der eleganteste Weg – nur dieser findet keine 100% Akzeptanz bzw. Absatz. Es gibt nun die Möglichkeit, an einer mittelfristigen Lösung mittels Isofluran zu arbeiten, oder dieses weiterhin konsequent abzulehnen, und einfach den Tierschutz zu exportieren. Dann darf allerdings auch die Frage erlaubt sein – geht’s Euch überhaupt um die Tiere oder nur um Eure Daseinsberechtigung?

Liebe Tierärzte,

natürlich ist es Euer Recht, weiterhin an dem Tierärztevorbehalt im Rahmen einer Vollnarkose festzuhalten. Dann erwarte ich aber von Euch, dass Ihr alle ab dem 01.01.2021 Gewehr bei Fuß steht, um in den Ferkelerzeugerbetrieben genau diese Narkosen durchzuführen. Denn es ist nicht okay, eine solche Forderung zu stellen bzw. daran festzuhalten, und dann von anderen Kollegen zu verlangen, diese Arbeit zu erledigen. Deswegen wünsche ich mir, dass jeder, der eben nicht ab 01.01.2021 täglich in einem Ferkelerzeugerbetrieb Ferkel narkotisieren möchte, sich für diese Verordnung stark macht und konstruktiv an einer Lösung im Sinne des Tierschutzes mitarbeitet.

Liebe Landwirte,

gleiches gilt für Euch – ich wünsche mir von Euch eine konstruktive Zusammenarbeit, sowohl hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit dem Inhalationsnarkosegas Isofluran, als auch hinsichtlich der Schulungsmaßnahmen zum Sachkundenachweis. Wer weiterhin diese Methode ablehnt, solle sich bitte einfach mit der Ebermast auseinandersetzen, diese Alternative jedoch für andere Ferkelerzeuger nicht zerreden, denn sie wird zum heutigen Zeitpunkt die einzige Alternative der Kastration nach dem 31.12.2020 bleiben.

Last but not least – es geht auch anders…

Positiv hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang noch die Stellungnahme des Deutschen Raiffeisenverbandes – sie zeigt, wie eine konstruktive Mitarbeit an  einer Lösung aussehen kann. Vielen Dank dafür!!!

 

Allgemein

Ferkelkastration: Schmerzausschaltung vs. Schmerzminderung

Das Thema Ferkelkastration beschäftigt uns nun schon seit Jahren – jedoch je näher der 01.01.2019 rückt, desto hitziger werden die Diskussionen. Ich merke, dass sich immer mehr Menschen in diese Diskussion einbringen – das ist wichtig und richtig. Jedoch sehe ich auch, dass immer mehr Dinge durcheinander geraten. Deswegen möchte ich hier einmal ein paar Fakten zum Thema „Ferkelkastration“ zusammentragen.

Warum werden Ferkel überhaupt kastriert?

Eber produzieren männliche Geschlechtshormone und geschlechtsspezifische Ebergeruchsstoffe. Diese werden über das Blut in den ganzen Körper, auch in das Muskelfleisch, verteilt. Wird das Fleisch erhitzt, kann dies zu unangenehmen Geruchs- und Geschmacksveränderungen führen. Das Fleisch hat den typischen „Ebergeruch“. Viele Menschen empfinden diesen Geruch als unangenehm, so dass das Fleisch für diese Menschen ungenießbar wird.

Wie wird bislang kastriert?

Im Moment ist es noch erlaubt, die Ferkel innerhalb der ersten acht Lebenstag ohne Betäubung, d.h. bei vollem Bewusstsein, zu kastrieren. Die Branche hat 2008 die sogenannte „Düsseldorfer Erklärung“ verabschiedet. Das Ziel der Erklärung ist, unter Ausschluss jeglicher Risiken für die Verbraucher und die Tiere, auf die Kastration gänzlich verzichten zu können. Bis zum Erreichen dieses Ziels soll die Ferkelkastration in Verbindung mit einem schmerzstillenden Mittel durchgeführt werden. Dieses ist seit April 2009 für Betriebe, die durch QS zertifiziert sind, verpflichtend. Hier heißt es im Leitfaden Schwein:

Es müssen Schmerzmittel zur Linderung von postoperativen Schmerzen nach der Kastration von Saugferkeln eingesetzt werden.

Eine Gabe von Schmerzmitteln nach der Kastration ist natürlich besser als ohne, allerdings wäre es viel besser, diese schon 15-20 Minuten vor dem Eingriff zu verabreichen. Nur dazu später mehr.

Was soll sich nun ändern?

Damit soll nun Schluss sein: im Tierschutzgesetz ist eine Deadline für die betäubungslose Ferkelkastration gesetzt. Ab dem 01.01.2019 dürfen Ferkel nur noch unter Betäubung oder „lokaler Schmerzausschaltung“ kastriert werden:

An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden. (…)  Dies gilt ferner nicht für einen Eingriff im Sinne des § 6 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2a (die Kastration von männlichen Ferkeln unter 8 Tagen), soweit die Betäubung ohne Beeinträchtigung des Zustandes der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit, ausgenommen die Schmerzempfindung, durch ein Tierarzneimittel erfolgt, das nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften für die Schmerzausschaltung bei diesem Eingriff zugelassen ist.

Warum ist es überhaupt erlaubt, Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren?

Das ist eine sehr gute Frage, denn die Ferkelkastration stellt im Tierschutzgesetz doch gleich bei zwei Paragraphen eine große Ausnahme dar: zunächst, dass sie ohne Betäubung durchgeführt werden darf (§5 Tierschutzgesetz). Und zweitens, dass sie überhaupt erfolgen darf – denn §6 Tierschutzgesetz besagt, dass das vollständige Entnehmen von Organen eines Wirbeltieres verboten ist. Warum nun die Betäubung bislang nicht erforderlich ist/war, kann ich nur vermuten: man ging lange Zeit davon aus, dass gerade junge Lebewesen, ein geringeres Schmerzempfinden haben als ältere. Gefunden habe ich dazu Folgendes vom Kollegen Ernst-Günther Hellwig, Fachtierarzt für Schweine und Agrarwissenschaftler, AVA:

Wir Tierärzte waren schon froh, als in den 80er Jahren das Kastrationsalter von 6 bis 8 Wochen auf bis höchstens 7 Tage Lebensalter gesenkt wurde. Damalige Versuche haben gezeigt, dass männliche Ferkel bis zum 3. Lebenstag kastriert, kaum Schmerzen leiden, innerhalb einer halben Stunde keinerlei Verhaltensauffälligkeiten in Sachen Schmerz, und im Vergleich zu den Kontrollgruppen, also den weiblichen Saugferkeln, keinerlei Leistungseinbußen zeigten. Natürlich hätte man damals schon Schmerzmittel geben können, dies war aber nirgendwo üblich.

Welche Schmerzen entstehen?

Bei einer Operation haben wir mit mehreren „Arten“ von Schmerzen zu tun. Auf der einen Seite sind da die sogenannten „nozizeptiven“ Schmerzen – das sind Schmerzen, die z.B. durch den Schnitt entstehen: es wird die Haut, Muskeln, Nerven und Gewebe durchtrennt, so dass es zu einem Gewebetrauma während der OP kommt, und das ist schmerzhaft. Auf der anderen Seite sind da die entzündlichen Wundschmerzen, ebenfalls durch das entstandene Gewebetrauma (s.o.), die nach dem Eingriff da sind. Die Crux ist nun, beide Schmerztypen erfolgreich zu „behandeln“.

Allgemeinanästhesie vs. lokale Schmerzausschaltung

Mit einer Allgemeinanästhesie ist eine Vollnarkose gemeint, d.h. die Tiere sind während des Eingriffs bewusstlos. Beim Schwein sind zwei Arten der Vollnarkose möglich: eine Injektionsnarkose oder eine Inhalationsnarkose, d.h. die Tiere bekommen eine Maske, über die sie ein Narkosegas einatmen. Über den Bewusstseinsverlust wird hier eine Schmerzausschaltung während des Eingriffs erreicht.

Lokalanästhetika sind Präparate, die eine Schmerzausschaltung machen können ohne über das Bewusstsein zu wirken = Lokalanästhesie = örtliche Betäubung. Es gibt unterschiedliche Methoden diese anzuwenden. Eine Methode ist die Infiltration, d.h. hier werden nur lokale Schmerzrezeptoren und kleine Hautnerven von der Empfindungsweiterleitung ausgeschaltet. Eine andere Möglichkeit ist eine Leitungsanästhesie. Darunter versteht man die gezielte Ausschaltung bestimmter Nerven bzw. Nervenäste durch Umspritzung mit Lokalanästhetika (z.B. eine rückenmarksnahe Injektion – viele von Euch werden als Beispiel eine „PDA“ kennen).

Schmerzausschaltung oder schmerzlindernd?

Das Tierschutzgesetz schreibt wie oben mehrfach erwähnt eine Schmerzausschaltung während des Eingriffs vor. Zusätzlich müssen vollkommen unabhängig von der Art der Betäubung zusätzlich Schmerzmittel gegen den postoperativen Wundschmerz verabreicht werden. Diese Schmerzmittel können den Wundschmerz nicht ausschalten aber lindern.

Warum findet nun eine Diskussion statt bezüglich des Wortes „Schmerzausschaltung“?

Eine Lokalanästhesie kann natürlich eine vollumfängliche Schmerzausschaltung machen. Dazu muss vor allem die Haut des Hodensackes und der Samenstrang betäubt werden. Hier gibt es jedoch aus Sicht der Wissenschaft noch mehrere Herausforderungen, die es zu meistern gilt:

  1. zeigen bislang die Untersuchungen, dass die Injektion des Lokalanästhetikums äußerst schmerzhaft ist – kurz gesagt, dass brennt aufgrund des pH-Wertes (in der Studie von Zöls et al. wird die Injektion sogar schmerzhafter als die Kastration ohne Betäubung bewertet), so dass auch hier die Frage nach dem Tierschutz gestellt werden muss
  2. ist es bei einem Tier extrem schwierig, zu kontrollieren, ob die Injektion „sitzt“ – wir können unseren Patienten nicht fragen, ob er noch etwas spürt
  3. führen die in bisherigen Studien untersuchten lokalanästhetischen Verfahren maximal zu einer Schmerzreduktion, jedoch nicht zu einer Schmerzausschaltung, so dass die Vorgaben des Tierschutzgesetzes hier nicht erfüllt werden

Gerade der dritte Punkt bringt nun die Diskussion auf das Wort „Schmerzausschaltung“ – muss es denn eine Schmerzfreiheit sein, oder reicht nicht auch eine Schmerzlinderung während des Eingriffes. Hier gehen die Diskussionen sehr auseinander.

Ich persönlich bin der Meinung, dass wir im Bereich Tierschutz keine Rückschritte machen sollten und lehne aus diesem Grund eine Veränderung sprich Verschlechterung des Tierschutzgesetzes hinsichtlich der „Schmerzausschaltung“ ab. Vielmehr sollten wir weiterhin schauen, ob wir mit einer Lokalanästhesie nicht doch noch die Vorgaben erfüllen können – gelingt uns das nicht, sollten wir dieses Verfahren für die Ferkelkastration ad acta legen.

Aber andere Länder haben auch schöne Ferkel…

In Dänemark, Schweden und Norwegen werden die Ferkel unter Lokalanästhesie kastriert, wahlweise mit dem in der EU zugelassenem Wirkstoff „Procain“, in Schweden mit dem in der EU NICHT zugelassenen Wirkstoff „Lidocain“. In Holland geht man derweil den Weg über eine CO²-Betäubung. All dies schafft eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der deutschen Ferkelerzeuger im europäischen Markt. Daraus sollte nun nicht resultieren, dass unser hiesiges Tierschutzgesetz verändert wird, so dass diese nicht tierschutzkonformen Praktiken legalisiert werden. Es ist doch eher die Frage, ob nicht die Tierschutzkonformität und auch die Anwendung in der EU nicht zulässiger Arzneimittel in diesem Rahmen in den oben genannten Ländern einmal zu prüfen seien.

Langfristige Lösungen

Kurzfristig muss zur Rettung der deutschen Ferkelerzeugung eine Fristverlängerung kommen. Natürlich besteht theoretisch die Möglichkeit, alle Tiere als Eber zu mästen und zu vermarkten. Dafür steht uns einerseits die Jungebermast zu Verfügung, andererseits die Immunokastration. Nur diese Tiere haben leider keinen Absatz. Bei der Kastration unter Betäubung ergeben sich gerade drei Probleme:

  1. haben wir einen Tierärztevorbehalt, so dass ein Tierarzt die Betäubung durchführen muss – das können unsere Schweinetierärzte schlichtweg nicht leisten.
  2. gibt es für die Injektionsnarkose zur Zeit kein Azaperon – die Injektionsnarkose ist eine Mischspritze aus zwei Präparaten, wovon eins zur Zeit nicht erhältlich ist.
  3. ist Isofluran immer noch nicht zugelassen – die Inhalationsnarkose ist neben der Injektionsnarkose die zweite Möglichkeit der Vollnarkose, jedoch ist das Präparat immer noch nicht in Deutschland zugelassen.

Aus diesen Gründen brauchen wir diese Fristverlängerung.

Mittelfristig werden wir die Tiere, die kastriert werden müssen, unter Betäubung kastrieren. Dazu benötigen wir einen Erlass nach §6 Abs. 6 Tierschutzgesetz, so dass die Landwirte nach erfolgreicher Schulung die Betäubung selber durchführen dürfen.

Langfristig jedoch sollten wir daraufhin arbeiten, dass wir komplett aus der Kastration aussteigen. Dieses muss jedoch in europaweit durchgesetzt werden. Und das können die Landwirte nicht leisten. Hier sind die Politik, der Handel und letztendlich jeder gefragt, der Schweinefleisch konsumiert.  Denn machen wir uns nichts vor, nur ein unversehrtes Ferkel hat definitiv keine Schmerzen bei der Kastration.

Ihr habt Fragen zum Thema? Scheut Euch nicht, sie uns zu stellen!

Ferkelkastration, Landwirtschaft, Markt, Politik, Schweinehaltung

Offener Brief an QS zum Thema Ferkelkastration

Sehr geehrter Herr Dr. Nienhoff,

seit der Düsseldorfer Erklärung verfolgen wir die Debatte um das Thema der betäubungslosen Ferkelkastration. Nun ist es Herbst 2018, der Ausstieg steht zum 01.01.2019 bevor, und es sind immer noch keine flächendeckenden Lösungen gefunden. Die Bundesländer lehnten im Bundesrat eine Fristverlängerung ab, das hat die Branche geschockt. Nun arbeitet die Bundesregierung an einem Gesetzesentwurf, der eventuell noch eine Verlängerung der Frist bringen könnte.

Am 13.03.2017 hat der Fachbeirat Rind und Schwein richtig erkannt, dass es zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen wird, wenn im Ausland nach niedrigeren Tierschutzstandards kastriert werden kann und dann die Tiere bzw. das Fleisch nach Deutschland importiert und mit QS-Siegel verkauft werden dürfen. In Ihrer Pressemitteilung heißt es dazu korrekterweise:

Um einer zu erwartenden Wettbewerbsverzerrung entgegen zu wirken, hat der QS-Fachbeirat Rind und Schwein die QS-Anforderungen schon jetzt klargestellt. Demnach gelten ab dem 1. Januar 2019 für alle QS-Teilnehmer – im In- und Ausland – die Vorgaben des deutschen Tierschutzgesetzes zur betäubungslosen Ferkelkastration.

Besonders wichtig ist, dass diese Vorgaben auch für Tiere und Fleisch gelten, die aus dem Ausland über die Anerkennung anderer Standards in das QS-System geliefert und vermarktet werden. Darüber hinaus geht es nicht allein um die Tiere, sondern auch um Mastschweine und Schweinefleisch, das von Ferkeln stammt, die chirurgisch kastriert sind. Der Beschluss hat also sowohl Gültigkeit für die Landwirtschaft als auch für alle nachgelagerten Produktions- und Vermarktungsstufen.

 

Auch in der Pressemitteilung zum Positionspapier vom 19.04.2018 heißt es noch:

Die gesetzlichen Voraussetzungen für die eingesetzten Methoden werden sich in den Herkunftsländern auch zukünftig unterscheiden. QS wird allerdings Alternativverfahren nur akzeptieren, die der Vorgabe Betäubung oder Schmerzausschaltung gerecht werden. Für Lieferanten ins QS-System wird der Grundsatz der Gleichbehandlung gelten, erläutert Nienhoff. Das heißt: Auch Sauenhalter im Ausland, die ihre Tiere an Schweinemäster im QS-System liefern, müssen ab 2019 die Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes erfüllen. Außerdem dürfen im QS-System Schweinefleisch und Schlachtschweine auch aus dem Ausland nur dann vermarktet werden, wenn auch die Ferkel, die ab 2019 geboren werden und chirurgisch kastriert werden, nach den Anforderungen des deutschen Tierschutzgesetzes behandelt wurden.

Entsetzt hat uns diesbezüglich die Kehrtwende von QS hinsichtlich des Imports von Ferkeln, die mittels CO²-Narkose bzw. Lokalanästhesie kastriert wurden. Bei agrarheute heißt es dazu am 17.07.2018:

QS könne nicht die nationalen Unterschiede in den Verfahren ausgleichen und deshalb auch nicht ein Verfahren, das im Ausland zugelassen sei, aber in Deutschland nicht, ausschließen. Die Verfahren, die im Ausland rechtlich zugelassen sind, dürfen bei Tieren, die in das QS-System eingeführt werden, auch angewandt werden.

QS könne nicht geradebiegen, was die Politik vermasselt habe. Abgesehen davon würden wohl viele deutsche Mäster protestieren, wenn plötzlich keine Ferkel mehr aus Dänemark oder Niederlande nach Deutschland importiert werden dürften.

 

Wir stellen uns nun die Frage, wann und vor allem aus welchem Grund QS hier die klare Haltung in den vorherigen Pressemitteilungen aufgegeben hat?

 

Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Nadine & Heinrich Henke
Brokser Sauen

Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung

Tierschutz auf dänisch

Wenn QS, die Politik oder irgendjemand sonst noch einen Beweis dafür braucht, wie ernst den Dänen der Tierschutz ist – hier ist er:

Hintergrund

Ab dem 01.01.2019 ist die betäubungslose Kastration von Saugferkeln verboten. Das deutsche Tierschutzgesetz fordert eine „Schmerzausschaltung“ bei der Kastration. Untersuchungen zeigen, dass eine Lokalanästhesie dieses nicht erreicht. Deshalb ist in Deutschland im Moment diese Art der Betäubung nicht zulässig. In Dänemark sieht das jedoch anders aus.

In Dänemark ist zur Zeit eine Schmerzmittelgabe vorgeschrieben. In Dänemark darf der Landwirt bereits jetzt unter lokaler Betäubung kastrieren. Ab dem 1.1.2019 ist es verpflichtend vorgeschrieben.

Warum interessieren uns die Dänen?

Deutschland importiert etwa 12 Millionen Ferkel pro Jahr – über die Hälfte kommt aus Dänemark.

Auch wenn sie nicht nach deutschem Recht kastriert sind, erhalten diese Tiere bzw. das Fleisch dieser Tiere in Deutschland ein Siegel für Qualität und Sicherheit.

QS = Qualität und Sicherheit?

Alle Partner haben sich vertraglich verpflichtet, nach klar definierten Kriterien sichere Lebensmittel zu erzeugen…

Da stellt sich für mich die Frage, wie diese Kriterien denn nun konkret aussehen. Deshalb habe ich noch weiter bei QS nach einer Antwort gesucht…

Hier heißt es „Leitfaden Landwirtschaft Schweinehaltung“:

Auch in einer Pressemitteilung vom 26.09.2018 heißt es seitens QS:

Die Anforderung im QS-Leitfaden, dass die Ferkelkastration grundsätzlich nur mit Schmerzausschaltung oder Betäubung (also entsprechend den Vorgaben des Tierschutzgesetzes) erfolgen darf, bleibt jedoch bestehen. Damit ist auch klar, dass für Ferkel, Mastschweine und Fleischwaren, die aus dem Ausland ins QS-System geliefert werden, vergleichbare Verfahren verlangt werden.

Dann ist doch eigentlich alles gut – nur was stört mich mein Geschwätz von gestern?

Das wäre es, wenn QS konsequent wäre – nur genau das ist QS leider nicht. QS sieht nämlich keinen Grund, dänische Ferkel aus dem System auszuschließen. Bei agrarheute heißt es dazu:

QS könne nicht die nationalen Unterschiede in den Verfahren ausgleichen und deshalb auch nicht ein Verfahren, das im Ausland zugelassen sei, aber in Deutschland nicht, ausschließen. Die Verfahren, die im Ausland rechtlich zugelassen sind, dürfen bei Tieren, die in das QS-System eingeführt werden, auch angewandt werden.

Fazit

Es ist natürlich einfach, auf die Politik zu schimpfen. Nur sind wir doch mal ehrlich, der Ausstieg ist seit Jahren beschlossen. Natürlich können und wollen wir die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen, nur hier versagen unsere Verbände auf ganzer Linie. Denn letztlich sind es der deutsche Bauernverband und der deutsche Raiffeisenverband, die neben der Fleischwirtschaft und dem Handel Gesellschafter von QS sind und es somit zulassen, dass die Dänen uns am Nasenring durch die Arena ziehen.

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Hormone im Fleisch? Vollkommen normal.

Es gibt noch eine Alternative zur Kastration: Hormone zu spritzen, damit die Geschlechtsreife des Ebers hinausgezögert wird bis das Tier zum Schlachter kommt, also bevor es durch die Geschlechtsreife anfängt, unangenehm zu riechen, was den Fleischgenuss zerstört. Aber wollen wir hormonbehandeltes Fleisch?

So wird der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz von der Rheinischen Post zitiert. Ja, der Termin zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration rückt näher, und der Ton verschärft sich.

Facts not fear – hier die Fakten:

  • Improvac® besitzt keinerlei hormonelle Wirkung.

  • Improvac® hinterlässt im Fleisch keinerlei Rückstände.

  • Fleisch enthält natürlicherweise immer Hormone.

Bedauerlich, dass hier Werner Schwarz stellvertretend für den Deutschen Bauernverband nicht mit Fakten argumentieren kann, sondern versucht mit der Verbreitung von Angst zu punkten.

„Hormone spritzen“ – es geht um Improvac, sprich um eine immunologische Kastration.

Was bedeutet „Immunokastration“?

Bei der Immunokastration wird den Tieren zweimal eine Art Impfstoff (Improvac®) gespritzt. Improvac® ist pharmakologisch gesehen kein richtiger Impfstoff, sondern ein „immunologisches Präparat“. Dieses Präparat wirkt jedoch wie ein Impfstoff.

Improvac® ist kein Hormon

Improvac® enthält ein synthetisches Analogon eines natürlichen Hormons (GnRF). Dieses Analogon ist an ein Trägerprotein gebunden und bildet mit diesem zusammen das Antigen. Dieses Antigen stimuliert die Bildung von GnRF-neutralisierenden Antikörpern. So werden letztlich die Hormone, die für den unangenehmen Geruch/Geschmack bei Eberfleisch verantwortlich sind, nicht gebildet.

Quelle: DLG e.V. – Eberfleisch Teil 1 – Basiswissen

Tierschützer und NGO’s sehen diesen Weg neben der Ebermast als den Königsweg an. Und auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (kurz TVT) fordert die Immunokastration, weil die Schweine dabei unversehrt bleiben. Nur der Deutsche Bauernverband lehnt die vermutlich tierschonenste Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ab.

Weltweit sind immunokastrierte Tiere seit Jahren im Handel. In Belgien, Australien oder Südamerika wird bereits in relevanten Größenordnungen geimpft. Brasilien und Australien exportieren erfolgreich immunokastrierte Tiere, auch beispielsweise nach China.

In Deutschland liegt ebenso seit Jahren Fleisch von immunokastrierten Tieren in den Kühltheken – denn Belgien ist der Vorreiter der Immunokastration und exportiert einen großen Teil seines Fleisches an uns.

Fleisch enthält immer Hormone – auch beim Menschen

Hormone sind natürliche Botenstoffe und sowohl in unserem Körper als auch in nahezu allen Nahrungsmitteln vorhanden. Eine Quelle für hormonell wirksame Substanzen stellen zum Beispiel Schimmelpilze (Zearalenon) dar, die von bestimmten Pilzen gebildet werden und Getreidearten wie Mais, Weizen und Gerste befallen können. Der Einsatz von Hormonen als Wachstumsförderer in der Tiermast ist seit 1988 EU-weit verboten.

Mein Fazit

Veränderungen scheinen vom Bauernverband nicht gewollt. Seit Jahren wird der Termin zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration nun ausgesessen. Kurz gesagt – es werden alle möglichen Lösungen negiert:

  1. Ebermast ist nicht flächendeckend umsetzbar
  2. Kastration unter Betäubung ist finanziell nicht darstellbar
  3. Immunokastration lehnt der Verbraucher ab aus Angst vor „Hormonfleisch“

Auch QS beweist angeblich in einer Studie, dass die Immunokastration das größte Skandalpotential hat. Und jetzt, fünf Monate vor Ablauf der Frist, bleibt dieser vorhergesagte mediale Skandal einfach aus – und noch schlimmer – Tierschutzvereine, einige Bioverbände und NGO’s sprechen sich für die Immunokastration aus. Und auch eher kritische Medien wie der Spiegel berichten positiv über die Immunokastration.

So, was bleibt – man inszeniert den Skandal einfach selber und zerstört damit vorsätzlich eine der besten (weil tierschonenste) Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration – um auf eine Alternative zu setzen, die es bislang schlichtweg nicht gibt.

Ich bin maßlos enttäuscht. Ich wünsche mir einen Verband, der nach vorne blickt, der die Zukunft gestalten möchte, der offen ist und auch bereit für Veränderungen. Letztlich disqualifiziert sich der Bauernverband hier als Gesprächspartner in Sachen betäubungsloser Ferkelkastration – und das finde ich wirklich traurig.

Weitere Informationen:

Zulassung Improvac

BfR – Fragen und Antworten zum Thema Hormone in Fleisch und Milch

Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Schweinehaltung, Tierrechtler

Ich habe keine Lust mehr…

Gestern war der Tag des Emojis? Wo ist der Kotz Emoji?

Denn gestern machten mal wieder Bilder einer Sauenanlage, dieses Mal aus Brandenburg, den Weg durch die Medien. ARIWA hat mit versteckten Kameras dokumentiert, wie Ferkel illegal getötet werden.

Vielen Dank, liebe „Kollegen“ für diese Bilder. Vielen Dank, dass wir wieder einmal das Quälen von Ferkeln im Fernsehen sehen dürfen. Vielen Dank, dass Ihr damit wieder einmal uns Ferkelerzeuger alle schlecht dastehen lasst. Vielen Dank dafür, dass Ihr damit der Justiz einen Grund mehr gebt, Tierrechtler frei zu sprechen, die illegal in Ställen filmen. Vielen Dank dafür, dass Ihr unsere ganze transparente Arbeit mit Eurer schlecht practice innerhalb von ein paar Minuten zu Nichte macht. Vielen Dank dafür, dass wir nun wieder mit der Sorge leben müssen, dass unsere Kinder gefragt werden, ob ihre Eltern das ebenfalls so machen. VIELEN DANK!!!

Ich bin stinke sauer, denn es ist nicht so schwer zu verstehen, dass ein „Totschlagen“ von Ferkeln verboten ist. Ich bin es so leid, immer wieder diese Bilder im Fernsehen zu sehen. Ich bin es so leid, immer wieder diese Diskussionen führen zu müssen.

Liebe Kollegen – bitte macht Schulungen, die Euch zeigen, wann und wie die Nottötung von Ferkeln/Tieren zu erfolgen haben. Es reicht – das muss endlich aufhören!

Und P.S.: nein, wir machen das nicht so – wir haben mit unseren Mitarbeitern an Schulungen des BSI teilgenommen. Wir haben eine CO²-Box und falls diese mal außer Betrieb sein sollte, haben wir genügend Mitarbeiter im Stall, die sauber einen Kopfschlag und den anschließenden Kehlschnitt durchführen können. Es macht keiner von uns gerne – nur wenn wir ein Tier nottöten müssen, soll das auch schnell und möglichst schmerz- und stressfrei für das Tier erfolgen.

Hier ein paar Links dazu:

https://www.bild.de/video/clip/tierquaelerei/ferkel-erschlagen-animal-rights-watch-56350652.bild.html

https://www.mdr.de/brisant/schockierende-aufnahmen-schweinezuchtbetrieb-brandenburg-100.html

https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1669504/