Allgemein, Landwirtschaft, Schweinehaltung, Tierrechtler

Inkompetenz in drei Akten…

…oder es kann nicht sein, was nicht sein darf…

Letzte Woche hatte Klaus Alfs ein schon etwas älteres Video von uns und unserem Eber neu aufgepeppt und online gestellt:

Tierleid ohne Ende

1. Akt: die Kommentare

Im Video zu sehen, unser Eber. Nachdem dann sowohl viele Landwirte als auch der Bauernverband Schleswig-Holstein das Video geteilt hatten, kamen auch die ersten selbsternannten Tierrechtler mit ganz viel Meinung auf die Kommentar-Bühne. Sätze wie „die Tiere werden ja nie gekrault“ sind schon fast niedlich, wenn man sie unter ein Video schreibt, wo es um das Streicheln eines Tieres geht.

Besonders schön waren allerdings Kommentare, die ein „tumoröses Geschehen“ bzw. „tumoartige Wucherungen“ unter dem Bauch unseres Ebers erkannt haben wollten. Besonders hervor tat sich hier ein gewisser Peter Hübner. Er kämpft für die Rechte der Tiere. Auf seiner Facebook Seite titelte er:

2. Akt: die Aufklärung

Nun ja, was soll ich als Tierärztin dazu sagen. Ich habe ihn dann auf seiner Seite mehrfach daraufhin gewiesen, dass ich ihn beruhigen könne, der Eber hat keinen Tumor. Es ist letztlich nur der Penis des Tieres in der Vorhaut (bei Ebern ist diese durch eine Art Tasche sehr ausgeprägt, aber vollkommen normal). Zusätzlich dachte ich mir, ich beruhige die Menschen mit einem Video, wo ich unseren Eber und seinen Bauch noch einmal zeige:

Unser Eber und sein Bauch

Jetzt sehe ich heute, dass Gerati das Thema ebenfalls aufgenommen hat:

Gerati: Peter Hübner offenbart seine Inkompetenz

3. Akt: Löschung und Verschlimmbesserung

Und Herr Hübner hat seinen Eingangspost verändert. Die „tumorösen Wucherungen“ sind zu „Ausbuchtungen am ganzen Körper“ geworden – auch irgendwie süß. Meine Kommentare wurden gelöscht – warum, kann ich Euch nicht sagen.  Zudem hat er mich nun auf seiner Seite gesperrt, war ja absehbar.

Tierärzte – Tierschützer – Tierrechtler

Für mich zeigt es wieder einmal mehr, dass es einen riesigen Unterschied zwischen Tierärzten, Tierschützern und Tierrechtlern gibt. Denn Tierärzte sind kompetent, sie haben sich jahrelang während des Studiums intensiv mit dem Thema Tiere, Tierkrankheiten und auch Tierschutz beschäftigt. Tierschützer haben nicht zwangsläufig eine Ausbildung im Fachbereich Tierschutz, jedoch geht es ihnen um die Tiere, um eine Verbesserung im Bereich Tierschutz. Sie eigenen sich das Fachwissen an, was sie zur Umsetzung benötigen. Tierschützer wollen erreichen, dass Tiere in der Landwirtschaft, in Labors und anderswo nicht gequält werden, dass ihre Haltungsbedingungen verbessert und sie, wo nötig, schmerzfrei getötet werden. Die Tierrechtsbewegung grenzt sich von diesen Formen des Tierschutzes ab. Sie fordert vielmehr die Gleichberechtigung aller Tiere, wozu sie auch den Menschen zählt. Hier interessiert Fachwissen überhaupt nicht, es stört sogar eher. Tierrecht basiert auf einer selbst entwickelten Ideologie an der alles andere gemessen wird – hier sind Recht und Gesetz auch außen vor. Es geht einzig und allein um die Ideologie. Ich finde, wir haben hier ein schönes Beispiel, was diese Tatsache wunderbar untermauert.

Nun ja, ich frage mich derweil, ob es noch peinlicher werden kann…