Allgemein, Landwirtschaft, Politik, Tierrechtler

Der Überbringer der schlechten Nachricht…

… wurde fälschlicherweise schon im alten Griechenland bestraft. Die Frage, die sich stellt ist, wann lernen wir endlich dazu, lassen das und machen uns auf den Weg, um nach Lösungen zu suchen?

Tierschutzkontrollen in den Betrieben

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Grünen hinsichtlich der Häufigkeit von Tierschutzkontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben in einem Artikel aufgegriffen. Demnach finden in Niedersachsen rechnerisch in einem Betrieb nur alle 20 Jahre Kontrollen bezüglich Tierschutzgesetz durch das zuständige Veterinäramt statt, auf Bundesebene alle 17 Jahre.

Die Landwirte sind empört

Das Landvolk hat Zweifel an den Zahlen der Komtrolldichte. Auch in den sozialen Medien empören sich Landwirte – vor allem wird der Autor des Artikels auf seine Facebook Seite zum Teil wirklich auf unverschämte Art und Weise angegriffen. Nur warum sind die Landwirte empört? Und wie kommt es nun zu diesen Zahlen?

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

In Deutschland ist es Aufgabe des zuständigen Veterinäramtes, die Anforderungen im Bereich des Tierschutzes zu kontrollieren. Weitere Aufgaben des Veterinäramtes ist zum Beispiel die Lebendbeschau bei Schlachtgeflügel – diese findet bei jedem Durchgang kurz vor dem Verladen statt. Diese Überprüfung ist jedoch keine reine Tierschutzkontrolle und fällt nicht in die Anfrage. In schweinehaltenden Betrieben ist das Veterinäramt weiterhin für die Kontrollen nach Schweinehaltungshygiene-Verordnung zuständig. Aber auch diese Kontrollen sind keine expliziten Tierschutzkontrollen.

Neben den Kontrollen durch das zuständige Veterinäramt haben die Betriebe in Niedersachsen zum Beispiel noch Kontrollen durch das Laves, das Bauamt, durch die Landwirtschaftskammer oder Kontrollen von privaten Initiativen wie durch Q+S oder ITW o.ä.

Kontrollen sind immer unangenehm, aber…

Ich kann durchaus verstehen, dass Landwirte genervt sind, wenn die Forderung nach noch mehr Kontrollen aufploppt. Denn solche Kontrollen kosten jedes Mal Zeit und auch Nerven. Jede Kontrolle, egal durch welche Institution, ist unangenehm. Dennoch sollte sich die Landwirtschaft diesen Schuh nicht anziehen. Es ist kein Verschulden der Landwirtschaft, dass nicht ausreichend Kontrollen im Bereich Tierschutz durch das Veterinäramt statt finden.

Und wenn wir nicht wollen, dass Tierrechtsorganisationen als selbsternannte Stallpolizei auch weiterhin durch deutsche Gerichte freigesprochen werden, weil sie für die Gesellschaft eine wichtige Arbeit leisten, denn täten wir gut daran diesen Missstand nicht zu negieren. Wir sollten nicht den Überbringer der schlechten/unbequemen Nachricht ächten, sondern zu unserem eigenen Schütze mehr Kontrollen durch das Veterinäramt fordern.

Anfrage Bündnis 90/Die Grünen

NOZ Bericht

Stellungnahme des Landvolks

Meinung Dirk Fisser und Diskussion mit z.T. empörten Landwirten

Advertisements

Ein Gedanke zu „Der Überbringer der schlechten Nachricht…“

Kommentare sind geschlossen.