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Christina Schulze Föcking tritt zurück – ein rabenschwarzer Tag für unsere Gesellschaft

Jetzt ist es passiert – nach monatelangem Dauerbeschuss auf ihre Person und v.a. auch auf ihre Familie zieht Christina Schulze Föcking ihre Konsequenzen und tritt als Landwirtschafts- und Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen zurück.

Schulze Föcking tritt zurück

Es macht mich furchtbar traurig, dennoch kann ich ihren Schritt absolut nachvollziehen. Wenn jemand in E-Mails und privaten Nachrichten bedroht wird, und der Druck auf die Familie und die Kinder stetig weiter wächst, muss man einfach irgendwann die Reißleine ziehen.

Allerdings stelle ich mir die Frage – was machen wir hier? Wie hat sich unsere Gesellschaft verändert? Was muten wir unseren Politikern zu?

Christina ist gleich zu Anfang ihrer Amtszeit massiv angegriffen worden – eine kleine, v.a. feige und absolut aggressive Gruppe hat im Schutze einer schweigenden (politischen) Mehrheit ihr Unwesen gegen sie getrieben. Es macht mich besonders traurig, weil Christina einen anderen, einen menschlicheren Politikstil pflegt. Sie war damit verletzbar. Nur ich frage mich, erklären wir als Gesellschaft einen Menschen zu „Freiwild“, sobald er ein politisches Amt annimmt? Es ist beschämend für unsere Gesellschaft, dass wir jemanden wie Christina hier vollkommen alleine lassen. Wie kann so etwas passieren? Ich schäme mich für unseren Staat, der es zulässt, dass so engagierte Menschen nicht geschützt werden.

Es tut mir furchtbar leid, was wir (und damit meine ich unsere Gesellschaft) Christina und ihrer Familie in der Zeit während ihres Amtes zugemutet haben. Es bleibt mir nur noch, mich bei ihr zu bedanken. Ich danke ihr von Herzen für ihren unermüdlichen Einsatz! Ich wünsche ihr und ihrer Familie ganz viel Kraft und hoffe, dass die Wunden schnell heilen werden.

Ich hoffe allerdings auch, dass diese für mich absolut nachvollziehbare Entscheidung von Christina unsere Gesellschaft wach rüttelt. Denn so kann und darf es nicht weitergehen. Es kann nicht sein, dass wir es zulassen, dass Menschen v.a. auch in den sozialen Medien so über jemanden herfallen, und auch ein Teil der Medien (ja, lieber WDR, ich vergesse Euch hier sicher nicht, denn auch Ihr habt hier Euer Päckchen zu tragen) sich an dieser widerlichen Hexenjagd beteiligen. Es muss etwas passieren, und zwar ganz dringend. Hier ist die Politik aber auch die Gesellschaft als solche gefragt.

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2 Gedanken zu „Christina Schulze Föcking tritt zurück – ein rabenschwarzer Tag für unsere Gesellschaft“

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